Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538104
412 
Theil. 
Capitel. 
Amsterdam, welches vorher der Mittelpunkt des euro- 
päischen Interesses gewesen war, musste dasselbe nun mit 
Paris theilen und trat am Beginn des XVIII. Jahrhunderts 
die Alleinherrschaft nach und nach an letzteres ab. 
Französische Cultur und französisches Wesen wurden 
das allgemeine Vorbild, drangen auch besonders in das durch 
den 30 jährigen Krieg fast vernichtete Deutschland ein und 
nahmen ihren Siegeszug über ganz Europa, obwohl die Nach- 
ahmung meist schlecht gelang; denn jedes Volk kann nur 
in dem seiner Race und Abstammung entsprechenden 
Wesen zugleich bedeutend und natürlich sein. 
Darum liess sich in Holland die neu eindringende Bildung 
und Geschmacksrichtung mit der alten grossen Cultur nicht 
vereinigen; durch das Ueberwuchern der fremden Geistigkeit 
musste ihr vielmehr Schaden erwachsen, um so mehr, als 
die Volkskraft in Folge übergrosser, länger als ein Jahr- 
hundert dauernder Kämpfe überanstrengt und im Abnehmen 
begriffen war.  
Die wenigen nach der Mitte des XVII. Jahrhunderts ge- 
borenen bedeutenderen Künstler schlossen sich mehr und 
mehr dem französischen, resp. antikisirenden Geschrnacke 
an. Für einen Mann wie Hobhema, der wie eine letzte 
Säule von der grossen Vergangenheit zeugte, war darum bei 
seiner grossen und wahren Naturauffassung in der Epigonen- 
zeit Hollands kein Verstämdniss mehr vorhanden. 
Lairesse hatte durch seine Vorträge die Jugend darüber 
belehrt, wie eine des Interesses würdige Landschaft aus- 
sehen müssezl) "Mit geraden, schlanken Bäumen, flachen 
Gründen und sanften Hügeln, klaren und stillen Gewässern, 
l) Ich nehme 
van der Werif. 
aus C. Lemclaeß 
diese Anführung 
üh er 
Aufsatze 
Adrian
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.