Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538071
Wie 
Irrthum 
der 
über Rembrandt 
mden 
entstz 
ist. 
409 
mögensverlaältnisse und alle die tausendfältigen Kräfte und 
Unlstäinde, welche unserem Geiste die Richtung geben. 
S0 kaufte man neben Ferdinand B01 gern die Bilder 
Dorfs, amüsirte sich über die Sauf- und Prügel-Scenen 
Brouwers, fand die Cavaliere Terborglfs ansprechend und 
begeisterte sich für die Atlaskleider der von ihm gemalten 
feinen Damen, erfreute sich an den Markt-Scenen Metsuis, 
bewunderte die Feinmalerei von Mieris und fand daneben 
doch 
3.11 
den 
derben 
bäuerischen 
Gestalten 
und 
idyllischen 
Bauernhäusern Ostade's Wohlgefallen; man ergötzte sich 
auch an dem Humor des Frans HaFs, fragte nach den Thier- 
stücken Cuyp's, Pottefs, van der Velde's und kaufte gern 
einmal eine kleine Lascivität. 
M itunter 
fanden 
sich 
Stücke 
VOIl 
fast 
allen 
den 
nannten Künstlern und noch von einigen anderen in der 
Hand eine s Kunstliebhabers vereinigt, wie Auctionskataloge 
bezeugen. 
Alle diese Künstler Waren getragen durch das Interesse, 
welches man ihrer bestimmten Eigenart entgegenbrachte; 
in Folge dieses Interesses waren sie möglich und erfüllten 
eine culturelle Aufgabe, die nach dem Organismus jenes 
Volkslebens als nothwendig angesehen werden muss. 
Dass ein ganzes Volk sich aber ausschliesslich für die 
Werke seines grössesten künstlerischen Genius interessiren 
und begeistern sollte, wäre unnatürlich und würde für die 
allermeisten einen Zustand der Ekstase bedeuten. 
Die Vertiefung liegt der grossen Menge  auch der 
Gebildeten  fern; der grösste Theil derselben sucht doch 
nur Wohlleben und Genuss und betrachtet ein Oelgemälde 
als einen Schmuck- oder Luxus- Gegenstand. Hohe Ideen, 
tiefe Symbolik, Ernst, Gemüthstiefe, geistige Spannung sind 
nicht für Jedermann.
        

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