Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538048
4-06 
Theil. 
Capitel. 
derselben, so durfte man schon der vielen Portraitbestel- 
lungen wegen nicht annehmen, dass Rembrandts Malweise 
missfallen habe oder gar verachtet und der Künstler aus 
diesem Grunde zurückgesetzt worden sei. Eine Schluss- 
folgerung aber, welche auf so falschen Prämissen beruht, 
kann nur unrichtig sein. 
Weil es nach jenen, dem Rembrandt zugeschriebenen 
Kunstwerken nicht möglich war einen geistigen Verfall des 
vermeintlichen Autors derselben anzunehmen, so hat man den 
Zeitgenossen Rembrandts eine Geschmacksverschlechte- 
rung untergeschoben. 
Thatsachlich allerdings hatte Rembrandt in den fünf- 
ziger Jahren wenig oder gar keine Bestellungen, aber das 
lag nicht an einer Verschlechterung des Zeitgeschmackes, 
sondern daran, dass Rembrandt mit den bedeutenden 
Künstlern jener Zeit, hauptsächlich mit F. Bol, nicht mehr 
zu concurriren vermochte und dass er seit der Mitte der 
40er Jahre des Jahrhunderts nicht mehr productiv 
gewesen war. An den Malereien Ferdinand Bol's haben 
die Zeitgenossen stets Antheil genommen und die Werke 
des grossen Künstlers noch über dessen Tod hinaus geschätzt, 
was aus den Worten Commelins aus dem Jahre 1693 her- 
vorgeht. 
Der französische Geschmack ist in Amsterdam, der 
"Hauptstadt Europas"  wie Connnelin sich ausdrückt  
ganz allmählich und viel später, als man so lange geglaubt 
hat, eingedrungen. Um fremdes Wesen anzunehmen, fühlten 
die Holländer von 1650-85 sich selbst noch viel zu stark. 
Hollands grosse Zeit war damals keineswegs schon 
vorüber, das beweisen die Siege der holländischen Flotte 
unterTromp und de Ruyter gegen Cromwell (1651-54), so- 
wie gegen Karl II. von England (1665-67), ferner das kühne
        

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