Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538033
Wie 
der 
entstanden 
lrrthunl über Rembrandt 
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die Idee, das Hundertguldenblatt sei eines jener mangelhaft 
ausgeführten oder unfertig gebliebenen Werke. 
In ähnlicher Weise schreibt Campo Weyerman, der 
aber das psychologische Missverhältniss zwischen 
Werken und ihrem vermeintlichen Autor irrthümlich 
den 
noch 
mehr vergrössert. 
Ueber Ferdinand B01 sprechen beide nach dem Vor- 
gange Comme1in's, den sie fast wörtlich wiedergeben, 
mit der höchsten Achtung, wissen absolut nichts Nach- 
theiliges von ihm zu berichten, sagen, dass er zu seiner 
Zeit grossen Ruhm gehabt habe, und Houbraken ist der 
Ueberzeugung, dass die Werke des Künstlers „seinen 
Kunstruhm wohl alle Zeit aufrecht erhalten 
werden". 
Aus dem Unistande, dass Rembrandt gegen das Ende, 
seiner Lebenszeit in Amsterdam nicht mehr beliebt und ge- 
schätzt gewesen ist, so wie aus der Thatsache seiner Ver- 
armung hat man bisher den Schluss gezogen, der Zeit- 
geschmack habe sich in Holland derartig verschlechtert, dass 
Rembrandts Zeitgenossen bereits in den 50er Jahren des 
XVII. Jahrhunderts jene in grossem Stil gehaltenen, in 
wuchtiger Technik gemalten, ernsten und inhaltsvollen Werke 
nicht mehr verstehen konnten und sich deshalb von dem 
Künstler und seinen Schöpfungen abgewendet haben. 
Freilich hat man bei dieser Schlussfolgerung einerseits 
nicht in Betracht gezogen, dass die meisten derjenigen 
Künstler, deren Werke nach sicheren Nachrichten damals 
hoch geschätzt wurden, ihre Bilder im Anschlusse an jene 
"Rembrandtschen Werke" gemalt haben und dass 
andererseits die vielen dem Rembrandt zugeschriebenen 
Portraits allein genügt hatten ihn zu einem wohlhabenden 
Manne zu machen. Hielt man ihn aber für den Urheber
        

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