Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538017
ß 
6 
über 
der Irrthum 
Rembrandt 
entstanden 
ist. 
403 
den Erwartungen seiner Zeitgenossen nicht Genüge gethan, 
indem er trotz seines Vorgehens, Naturalist zu sein, die in 
der Natur vorhandenen und beim Sehen zur Geltung 
kommenden mathematischen Gesetze  (Proportion und 
Perspective), d. h. jenes Wissen, das man der Natur all- 
mählich abgelauscht hatte, nur wenig kannte und beobachtete, 
obwohl es doch für den ausübenden Künstler ein unent- 
behrliches Mittel ist, 
zu Ende führen will. 
YVGTII] 
anders 
seine 
Werke 
planvoll 
Rembrandt ist in seiner Zeit immer das Object eines 
Wunsches gewesen, ein Futuruni, aber kein Präsens und 
Perfectum in der hohen Künstlerschaft; er hat Weniges 
geleistet und recht Viel zu Wünschen übrig gelassen, Weil 
er einerseits versäumt hatte zu studiren und Weil anderer- 
seits die Bedingungen zu einem grossen Künstler in ihm 
nicht vorhanden waren. Der „g'r0sse Rembrandt" hätte 
Grosses leisten können, wenn er ein anderer gewesen 
wäre als er War,  wenn er über sich selbst hinaus zu 
gehen, über den eigenen Schatten zu springen vermacht 
hatte.  
Der 
interessirende 
Gedankeninhalt 
des 
Peläschen 
dichtes ist also der, dass der „grosse Rembrandt" Wahrlich 
kein grosser Künstler gewesen sei, obwohl man hochfliegende 
Hoffnungen auf ihn gesetzt hatte. Pels kann sich gleich- 
wohl über die aus den dreissiger Jahren und dem Anfange 
der vierziger Jahre des Jahrhunderts stammende Tradition 
nicht hinwegsetzen, sondern nennt ihn  entgegen seinem 
eigenen Urtheil  den "grossen Rembrandt". 
Pels ist zwar nicht über die Werke Rembrandts im 
Irrthum, 
den von 
es sei denn über die Radirungen, wohl aber über 
Rembrandt verdienten oder unverdienterl Ruhm, 
also 
über 
seine 
kunsthistorische 
Persönlichkeit.
        

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