Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1538006
402 
Theil. 
Capitel. 
So z. B. in dem im Cap. IV wiedergegebenen Gedichte des 
Pels. Dieser Autor steht zwei einander entgegengesetzten 
Factoren gegenüber, einerseits dem berühmten Namen 
Rembrandts, andererseits den unzulanglichen Malereien des- 
selben, welche, wie er wusste, längst von B01, Flinck, van 
der Helst u. a. Künstlern übertroffen waren. Es ist spass- 
haft, zu beobachten, wie der Zwiespalt zwischen dem 
grossen Ruhm und den thatsachlichen Leistungen  der 
mythischen und wirklichen Persönlichkeit Rembrandts  
sich in diesem Gedichte bemerkbar macht, wie der Ruhm, 
die Pradicate des Malers, einerseits und die vorhandenen 
Werke seiner Hand andererseits einander widerstreiten. Das 
Pradicat „gross" vor Rembrandts Namen ist bereits zu 
einer feststehenden Phrase geworden. So sagt Pels z. B.: 
der „grosse Rembrandt" wurde der „erste Ketzer in 
seiner Kunst", ferner: „er unterwarf seinen berühmten 
Pinsel" keiner Regel und verschinahte es, von denen 
zu lernen, welche mehr Erfahrung hatten als er. „Seine 
Fehler nannte er Nachahmung der Natur  seiner Natur, 
welche sich keinen Regeln noch der Vernunft unter- 
warfund keine Proportion der menschlichen Glieder 
anerkannte, die Perspective nicht beobachtete,  
den Abstand und die Maasse nur mit dem Auge nahm und 
ohne Hilfe der Kunst". „Er verstand seine Figuren nicht 
zu costümiren" etc. Der „grosse Rembrandt" sei überhaupt 
ein warnendes Beispiel, wie Jemand auf Abwege gerathen 
und dadurch für die Kunst verloren gehen könne. Und dar- 
um seufzte Pels: „Wie schade ist es für die Kunst, dass eine 
so geschickte Hand sich nicht besser ihrer natürlichen Be- 
gabung bediente. Wer hätte ihn sonst im Malen übertroffen." 
Der „grosse Rembrandt" hat also nur in der ersten 
Zeit seines Auftretens gefallen und befriedigt, später aber
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.