Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537911
Wie 
über 
der Irrlhum 
entstanden 
Rembrandt 
393 
werden wollte, zwei oder drei Monate Modell stehen musste", 
weshalb „wenige sich in diese Gefahr brachten".  
Während sich in Amsterdam bereits in den vierziger 
Jahren des XVII. Jahrhunderts sein moralischer, künstlerischer 
und wirthschaftlicher Niedergang vorbereitete und in den 
fünfziger Jahren vollzog, waren indessen die Sagen von 
Rembrandts grossem Reichthum, seinen angehauften Kunst- 
schätzen und den unzähligen Raritäten von Mund zu Mund 
weiter getragen worden und in die Ferne, über Hollands 
Grenzen gedrungen, wo sie (was man aus der Mangelhaftig- 
keit der "damaligen Verkehrsmittel leicht begreift) durch das 
Hörensagen und Weitererzählen eine märchenhafte Gestalt 
gewonnen hatten und den Künstler daselbst mit einem fremd- 
artigen Glanz und Ruhm umgaben. 
Der Irrthum über Rembrandt begann stetig weitere und 
weitere Kreise zu ziehen, und die Consequenzen desselben 
blieben nicht aus. 
Im Verein mit den über ihn in Umlauf gekommenen 
interessanten Erzählungen tauchten zuerst Rembrandts 
Radirungen im auswärtigen Kunsthandel auf und verbreiteten 
sich an der Hand der Sage als eine leicht verkäufliche, ver- 
hältnissmässig billige Waare, die viel begehrt wurde: 
Holzschnitt, Kupferstich und Radirungen vertraten damals 
im Kunsthandel ungefähr die Stelle der heutigen Photo- 
graphienß) durch welche ja vorzüglich die Meister unserer 
Zeit in den kleinen Städten und auf dem Lande weithin 
bekannt werden. Gebildete und Bemittelte legen sich 
 Dürer konnte sich seiner Zeit nur mit Hilfe seiner Holzschnitte 
in Deutschland erhalten. Diese aber machten ihn bis nach Italien be- 
kannt. Das Publikum unserer Zeit lernt die Künstler fremder Länder 
fast ausschliesslich durch die Photographie und durch die Berichte in 
Zeitungen und Zeitschriften kennen.
        

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