Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537890
Wie 
der 
über 
Irrthuln 
Rembrandt 
entstanden 
391 
gehörig verbreiteten. Diese hohe Meinung von Rembrandt 
erhöhte folgerichtig die Preise seiner Bilder. Er zog seinen 
Nutzen daraus und forderte durchschnittlich für ein Portrait 
500 Gld.  Man zahlte dieselben bereitwillig. Der Ruf 
seiner Kunst- und Raritätensammlung (die einem Museum 
zu vergleichen ist) vergrösserte also Rembrandt's Ruf und 
Namen und gehört mit zu den Hauptursachen, Welche 
den Irrthum über Rembrandt veranlassten. 
Haben und Können, Besitz und geistige Fähigkeit und 
Bildung werden ja noch heutzutage zu Gunsten der Reichen 
so oft mit einander verwechselt.  Da sich der Maler Rem- 
brandt in damaliger Zeit im Besitze einer Sammlung be- 
fand, wie eine derartige kaum im Eigenthum eines reichen 
Fürsten zu finden War, so war die Schlussfolgerung des 
Publikums natürlich, dass er durch seine Malerei sich un- 
gemeine Reichthümer erworben haben müsse. In jener Zeit 
der grossen Erwerbsinöglichkeit und Capitalsvermehrung 
war es auch etwas ganz Erstaunliches, dass Jemand ein so 
beträchtliches Vermögen unverzinslich anlegteß) 
Hätte man gewusst, dass es sein einziges verfügbares 
Capital war, das er in seine Sammlung gesteckt hatte, näm- 
lich das Vermögen seiner Frau,  so würde man ihn bei 
dem praktischen Sinn der Holländer für einen grossen Narren 
gehalten haben.  Während sein Ruf und Ruhm sich in der 
grossen Masse und in die Ferne verbreitete, verhielten sich 
kritische Köpfe wie Vondel, Vos u. a. den Werken Rem- 
brandfs gegenüber kühl und ablehnend. Pels sagt bezüg- 
lieh der Sammlungen Rembrandts: „Obwohl ihm alle vier 
1) Rembrandt wurde es daher, als er Geld zu leihen begann, an- 
fangs ziemlich leicht, sich beträchtliche Summen leihweise zu ver- 
schaffen.
        

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