Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537780
380 
Theil. 
Capitel. 
Wie hoch Rembrandt diese und seine anderen Werke 
auch geschätzt haben möge,  die Nachwelt hat sie ver- 
gessen. Wenn die_ Schriftsteller jedoch und das Publikum 
von Amsterdam die grosse Reihe der vorzüglichen Werke, 
welche jetzt dem Namen Rembrandts zugeschrieben werden, 
als Werke dieses Malers gekannt hätten, so wäre es unmög- 
lich gewesen, dass sie sich von ihm abwendeten, ebenso 
wie es dem Geiste der damaligen Zeit nach unmöglich war, 
dass Jemand den "Segen Jacobs", wenn dieses Bild bei 
Rembrandt vorhanden war, in jenem Inventar nicht aufge- 
führt haben könnte, sondern als völlig werthlos einer 
namentlichen Anführung nicht für würdig erachtet hatte. 
Das Schätzenswerthe hat man auch in jener Zeit zu 
schätzen verstanden, wie aus vielen Beispielen hervorgeht. 
Rembrandts Mitbürger hatten, so weit sie klare Köpfe 
waren, eben nur die Vorstellung von Rembrandt und seinen 
Werken, welche sich an seine Person und seine Leistungen 
knüpfte, Während unser Urtheil von dem Glorienscheine 
beeinflusst worden ist, welchen die vielen hochstehenden 
Kunstwerke um seinen Namen verbreitet haben, als deren 
Autor er so lange irrthümlich gegolten hat. 
Fragen wir also: Wer war Rembrandt? so lautet die 
Antwort: er War im Wesentlichen zuerst ein Maler und 
Radirer, dann ein Kunstenthusiast und Sammler, allmählich 
ein Kunstkenner, dann (im Auftrage der „C0mpagnie") ein 
Kunsthändler. 
Erst im Laufe der Jahrhunderte ist Rembrandt all- 
mählich zu dem Heros gemacht worden, Welchen jetzt 
die Welt bewundert. Was seine Person angeht, so lässt 
sich nach den Editionen der den Rembrandt betreffenden 
Actenstücke füglich nicht mehr behaupten, dass sie „v0n 
der Parteien Hass und Gunst entstellt in der Geschichte
        

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