Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537756
Wer ist Rembrandt? 
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 für Rembrandfs 
Theil derselben, wie 
eigene 
bereits 
Bilder nicht, weil ein grosser 
benlerkt, aus Jugendwerken he- 
stand, welche sich für den Verkauf nicht eigneten, und weil 
Rembrandt andererseits seine letztgernalten Bilder zu Wenig 
ausgeführt hatte, und zum dritten endlich, weil die vornehmen 
Bürger Amsterdams, welche ihn läannten, sich aus den be- 
kannten Gründen für sein Geschick und seine Werke nicht 
mehr interessirten und Renibrandfs ganze Habe wahrschein- 
lich den Kunsthändlern überliessen, die durch Ueberbieten 
einander den etwaigen Gewinn nicht sehr geschmälert haben 
werden. Unter den dem Inhalte nach angegebenen Bildern 
Rembrandts, vermuthet man, habe sich die grosse Kreuzes- 
abnahme (jetzt in der Ermitage zu St. Petersburg) befunden. 
 Vielleicht findet sich auch Jemand, der die Behauptung 
aufstellt, unter den 10 ungenannten, im Pauschquantum 
notirten Bildern könnten die in diese Zeit gestellten grossen 
und wertlivollen Historienbilder, wie der "Segen Jacob's", 
die "Verleugnung Petri" u. a., und die vorzüglichen nackten 
Frauengestalten verborgen sein.  Dagegen ist einzuwenden, 
dass die in dem kleinen Geschäftsraume in Rembrandts 
Hause vorgefundenen 10 Bilder schon deshalb nicht die 
grössten und schönsten gewesen sein können, weil dort kein 
Raum gewesen wäre dieselben zu placiren und weil daselbst 
auch Niemand den nöthigen Abstand gehabt haben "Würde, 
dieselben zu betrachten. S0 thöricht handelt kein Maler, dass 
er seine besten Werke, die er soeben mit Liebe, Fleiss und Aus- 
dauer beendete, an dem ungeeignetsten Orte seiner Wohnung 
zur Aufstellung bringt, oder dass er dieselben ganz unbeachtet 
an den Wänden herumstehen und lehnen lässt, WO sie dem 
Staub 
und 
andern 
schädlichen 
Einflüssen 
ausgesetzt 
sein 
wtirden. S0 behandelt ein Künstler nur die geringsten 
seiner Studienbilder, auf die er selbst keinen Werth legt. 
        

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