Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537569
358 
Theil. 
Capitel. 
so bedürftig und doch so glücklich, so gebrechlich und doch 
so zuversichtlich, so hinfällig und doch so hoffnungsvoll, so 
bestritten und doch so liebevoll, so verfolgt und doch so 
gerecht, so unansehnlich und doch so würdig, so leiden- 
schaftlich und doch so mässig. 
Das ist die Welt seiner Gedanken und Empfindungen. 
seine 
Welt, 
worin 
sein 
Genie 
sich 
offenbarte. 
Es 
ist 
ein 
glühendes Feuer des Geistes, aus dem diese Gestalten her- 
vorgingen; aber man spürt nur die Wärme davon und nicht 
die 
Gluth. 
Wie 
Künstler 
selbst, 
als 
Künstler 
und 
Mensch, 
nach immer grösserer Vollkommenheit strebte, so hat er 
auch fast nur diejenigen Phasen der in der Bibel nieder- 
gelegten Geschichte in seinen biblischen Historienbildern 
zum Ausdruck gebracht, deren Kenntniss und Nachfühlen 
ethisch bedeutsam ist,  das im eigentlichen Sinne active 
Element der biblischen Lehren, die waufwärts" treibenden 
Ideen, Gedanken, Gefühle und Vorstellungen,  das Kraft- 
volle, das Wahre, geistig Gesunde und Gute. 
Er hat keinen „Sturz der Verdammten" gemalt wie 
Rubens und nie die Personification des bösen Princips, den 
"Teufel", dargestellt. Derselbe hatte, wie es scheint, in 
seiner Weltanschauung keinen Raum,  vielleicht, weil ihm 
Gott allgegenwärtig war und weil er die Lehren des Des- 
cartes und Spinoza kannte. 
S0 ist inHolland, trotz der ringsumfluthenden Renaissance 
der Antike, in der nationalen Malerei und vorzüglich in den 
Werken Bol's  seinerseits aber unter den damit ver- 
einbaren höchsten" Gesichtspunkten jener Zeit  die Renais- 
sance der christlichen Religion zu künstlerischem Ausdruck 
gekommen. Seine biblischen Historienbilder bedeuten die 
einzige grosse und unübertreffliche christlich-protestantische
        

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