Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537509
352 
Theil. 
Capitel. 
(früher 
Jan 
Six 
genannt) 
VOR 
hervorragender 
Seite 
als 
ein 
Selbstbildniss 
Rembrandfs 
angesprochen. 
Dieses 
Portrait 
ist 
mit 
tiefliegondcr 
Horizontlinie 
gemalt. 1) 
Dem 
Maler 
aber, 
der 
sich 
selbst 
dem Spiegel 
m alt, 
geht 
die 
Horizontlinie 
seines 
Spiegelbildes 
immer 
durch die Augenf) wie 
Er ist also ausser Stande, 
er auch den Spiegel stellen möge. 
von sich selbst ein Bild mit tief- 
liegender 
Horizontlinie 
Zll 
malen. 
Bei 
schräger 
Spiegel- 
Stellung 
schrumpft 
aber 
die Gestalt 
in 
unangenehmer 
Weise 
zusammen, 
ohne 
dass 
die 
Horizontlinie 
dabei 
eine 
andere 
Lage erhielte. Im XVII. Jahrhundert Waren zudem die 
grossen und grössesten Spiegel, welche man herstellte, aus 
kleineren Tafeln zusammengesetzt; denn die Erfindung, 
grosse, 
damals 
starke Glastafeln zu giessen und zu schleifen, war 
noch nicht gemacht; darum musste die Figur in 
einem 
schräg 
gestellten 
derartigen 
Spiegel 
völlig 
gebrochen 
aussehen 
und 
also 
noch 
weniger 
als 
heut 
Tage 
rnalbar.  Dass der Maler aber die Figur nach einem Mo- 
dell gemalt und seinen eigenen Kopf auf diese fremde Ge- 
stalt gesetzt haben sollte, ist nicht wohl anzunehmen; dass 
aber die Figur von einem Schüler nach der Gestalt des 
 1) Der Horizont liegt etwas über der Kniehöhe des Dargestellten. 
2) Das optische Bild des Auges des Beobachtenden liegt auf der 
Verlängerung des vom Auge auf den Spiegel gefällten Lothes. 
Denn: 1.- Hdie Richtung des reflectirten Strahles liegt in der durch den 
einfallenden Strahl und das Einfallsloth gelegten Ebene" und 2. "der 
Reflexionswinkel ist gleich dem Einfallswinkel". (Vergl. Jochmann, Grund- 
riss der Experimentalphysik, 4-. AufL, 5 135.) Der Beflexionswvinkel und 
Einfallswinkel sind in dem gegebenen Falle : 0, d. h. das Auge und 
sein eigenes Spiegelbild liegen im Einfallsloth und seiner Verlängerung; 
reflectirter Strahl, einfallender Strahl und Einfallsloth fallen hier zu- 
sammen.
        

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