Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537373
Fel 
B01 
dinand 
Künstler. 
als 
339 
Die 
dunkle 
Gestalt 
des 
im 
Vordergrunde 
stehenden 
lesenden 
Priesters 
erinnert 
an 
die 
Figur 
der 
Hanna 
im 
„Sime0n im Tempel" im Haag, und dient hier wie dort 
dazu, durch die Contrastwirkung der Töne die Helligkeit 
der Hauptgruppe zu erhöhen, sowie durch die grösseren 
Dimensionen der im Vordergrunde stehenden Figur das Bild 
perspectivisch zu vertiefen. 
Auch in dei Technik sind die beiden Bilder nahe 
Wandt und mögen daher ungefähr in der gleichen Zeit 
ver- 
ent- 
standen sein. 
Dass Ferdinand B01 die Perspective sehr wohl anzu- 
wenden verstand, ersehen wir ganz besonders auch aus dem 
uOpfer Salomds", dessen Photog-ravüre beigefügt worden ist. 
Man darf wohl annehmen, dass er auch in dieser 
Hinsicht von Jacob Gerritsz Cuyp in seiner Lehrzeit unter- 
wiesen worden war. 1) 
Vom Jahre 1656 an gewahren wir aber in Bolis perspec- 
tivischer Anordnung und damit auch in seiner Compositions- 
weise eine durchgreifende Neuerung. 
Er legt nämlich, entgegen der in Holland herkömmlichen 
Darstellungsweise, die Horizontlinie auf seinem grossen Bilde 
des "Fabritius" aussergewöhnlich tief. 
Betrachtet man die Bilder althollandischer Meister, so 
bemerkt man, dass dieselben, gleich den altdeutschen, den 
Horizont sehr hoch legten, sodass bisweilen fast eine Vogel- 
perspectivische Ansicht, in welcher alle Gegenstände von 
oben her zu sehen sind, entstand, wie z. B. in dem „Eier- 
tanz" des Aertsen im Ryksmuseum zu Amsterdam. Derselbe 
1) Wenn sich F. B01's Name nicht unter den in den Büchern der 
Lucasgilde in Dordrecht angegebenen Schülern G. Cuyp's vorfindet, so 
liegt dies daran, dass diese Gilde daselbst erst 1640 gestiftet wurde.
        

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