Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537277
Ferdinand B01 als Künstler. 329 
zu Amsterdam. 
Ein Haushahn 
kämpft 
in 
voller Leidenschaft 
mit 
einem 
Puter. 
Man 
betrachte 
11111" 
die 
Malerei! 
Es gab nur eine Hand, die in derbem Fai-benauftrag 
die Federn derartig naturwahr zu malen verstand. Man ver- 
gleiche die "todte Rohrdommel" in der Gemälde-Galerie zu 
Dresden, welche der Jäger in der Hand hält, und man wird 
den Maler des "Hahnenkampfes" herauserkennen. Beides 
sind 
Werke 
Bofs. 
Die dunkle Gewitterstimrnung in der Luft, die brennende 
Burg im Hintergrunde  ein Zeugniss des Männerkampfes  
geben dem Bilde im Ryksmuseum etwas Dramatisches, einen 
gleichsam historischen Rahmen, welcher an ein historisches 
Sittenbild denken lässt. Das Bild erscheint wie eine Alle- 
gorie auf das ehemalige Verhäiltniss zwischen Holland und 
Spanien: mit wuthgesträubten Federn stürzt sich der 
heimische Haushahn auf den fremden Puter.  Hier ist 
körperliche Ekstase mit grösster Naturwahrheit zum Aus- 
druck gebracht, nicht jener "ruhende P01" gehaltenen 
geistigen und seelischen Selbstbewusstseins. 
Seine Menschen fasst B01 in der Regel anders auf, 
wenn er auch die Blendung Simsons, den zürnenden Simson 
und den Jacob gemalt hat, der beim Anblick des blutigen 
Rockes seines Lieblingssohnes fassungslos und Weltver- 
zweifelt in entsetzlichem Seelenschmerz sich auf den Rücken 
geworfen 
hat. 
Dass B01 bei einem tüchtigen Thierrnaler in der Lehre 
war und bereits viele desbezügliche Studien gemacht hatte, 
geht aus den prächtig gemalten Pferden auf den1 Bilde der 
"Entführung der Proserpina" in der Gemälde-Galerie zu 
Berlinhervor: schnaubend rasen die Bosse mit der Ent- 
führten 
in 
den 
Schlund 
des 
Orcus 
hinein 
und 
das
        

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