Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537083
310 
Thejl. 
Capitel. 
leidenschaftlichen Hingabe an das Dogma. Seine Licht- 
wirkung ist hinreissend, und aus der Lichtfülle, die aus 
seinen geöffneten Himmeln bricht, glaubt man die Chöre 
der himmlischen Heerschaaren und ihren Posaunenschall zu 
vernehmen. 
Auf 
seinen 
Bildern 
religiösen 
Inhaltes 
dient 
ihm 
das Helldunkcl 
HUF 
dazu, 
die Erde in Schatten zu hüllen 
und 
den 
Blick 
auf 
die 
Glorie 
der 
Himmelskönigin 
oder 
anderer 
hil11lTl1iSChOI' 
Erscheinungen 
Zll 
richten. 
In 
den Niederlanden, 
WO die 
neuen Ideen tiefe Wurzeln 
geschlagen hatten, 
gewann die Helldunkelrnalerei durch diese 
und 
in 
ihrer 
Verbindung 
mit 
dem 
deutschen 
Gemüthsleben 
jedoch erst den ihrem Wesen entsprechenden Boden und 
entwickelte sich diesem Gemüthslelaen nach zu demjenigen 
Kunststil, welcher der vollendetste Ausdruck wurde für eine 
menschlich! 
ethische 
Auffassung 
der 
WVelt. 
Der 
Malerei 
wurde 
GS 
nun 
Inög-lich, 
ohne 
Verletzung 
des 
ästhetischen 
Gefühles 
Gestalten 
darzustellen, 
diea 
VOH 
Geistesarbeit 
und 
VOIH 
Schicksal 
geprägt, 
tiefe 
Furchen 
in 
Stirn und Wangen 
Armseligkeit liess 
zeigen; ja, selbst 
sich durch das 
die Hässlichkeit und 
tiefe Gefühl, durch 
Menschenwürde, 
welche 
auch 
diesen 
Gestalten 
noch 
inne- 
Wohnt, 
verklären 
und 
durch 
das 
Helldmlnkel 
gleichsam 
mit 
dem 
Schleier 
sanfter 
Liebe 
umhüllen 
und 
auch 
an 
ihnen 
noch 
das 
Menschlich- 
-Geistige 
Zlll" 
Erscheinung 
bringen. 
Die 
holländische 
Helldunkelmalerei 
hat 
bei 
voller 
Realistik 
des 
Inhältes 
auch 
die 
Welt 
des 
Gewöhnlichen 
poetisch- ge- 
müthvoll zur Darstellung gebracht. 
Einen an sich poetischen, religiösen, wunderbaren In- 
halt aber vermochte sie gleichsam über das Irdische hinaus- 
zuheben. 
Phantastische Historiographen haben in sagenbildend- 
personiücirender Weise die fast unpersönliche Zeitströlnung
        

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