Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537064
ß 
Theil. 
III. 
Capitel. 
unterstützt durch den geheimnissvollen Zauber seiner Licht- 
gebung, durch welche er nur die Hauptgruppe und bei 
Einzelfiguren nur den oberen Theil des Körpers, haupt- 
sächlich den Kopf, in voller Beleuchtung zeigt, während er 
alles Uebrige in Schatten und Halbschatten zurücktreten 
lässt und durch das, was er dem Beschauer vorenthält, die 
Phantasie desselben um so mächtiger anregt. Es ist das 
Moment des Ahnungsvollen, das mit der Poesie so eng ver- 
bunden ist, durch Welches die Bilder dieses Meisters so 
bestricken und unsere Seele zu eigener, ergänzender Pro- 
duction dessen anregen, was das Helldunkel seiner Bilder 
uns halb verhüllt. 
Diese Darstellungsweise, in welcher uns Correggio bereits 
als fertiger Meister entgegentritt, War schon vor ihm ange- 
strebt Worden. Es ist aber sein Verdienst, diese poetische 
Auffassung der Natur, Welche schon ein Lionardo da Vinci, 
ja selbst schon Bellini und Andere in manchen ihrer Werke 
malerisch wiederzugeben versucht hatten, mit seinem Geiste 
voll erfasst und in Italien auf die höchste Stufe der Voll- 
kommenheit gebracht zu haben. 
In Deutschland hatten bereits die van Eyck's damit be- 
gonnen, das Helldunkel herauszubilden, das eben erst für 
die Oelmalerei technisch möglich war und darum auch  
wenngleich einstweilen nur sporadisch auftretend  mit der 
Oelmalerei fast gleichzeitig in die Erscheinung trat. 
Es liegt auf der Hand, dass feinsinnige Künstler wie 
die van Eyck's bestrebt Waren, durch den Gegensatz von 
Hell zum Dunkel in der malerischen Vortragsweise zu 
pointiren, das Hauptsächliche einer Darstellung herauszu- 
heben und aber auch das Nebensächliche klar und durch- 
sichtig zu halten, nicht anders gleichsam als es tüchtige
        

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