Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537050
Die Helldunkelmalerei, 
der Realismus und 
B01. 
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niählich in ihrer specifischen Eigenart aufgefasst und ver- 
geistigt, und die Farbe  in ihrer Eigenschaft als Symbol 
des Geistes, als eine dem Auge zugängliche elementare Er- 
scheinungsform von Ideen und Gefühlen  diente, zumal in 
ihrer Abstufung von Hell und Dunkel, dem Künstler dazu, 
die der dargestellten Situation zupassende Gemüthsstimmung 
auszudrücken. 
Durch Anwendung specifisch malerischer Ausdrucks- 
mittel mussten die Gemälde an elementarer psychischer 
Wirkung gewinnen, die dargestellte Situation wurde ein- 
drucksvoller und prägnanter, Wodurch nach anderer Richtung 
ersetzt wurde, was durch Aufgeben der strengen Linien oder 
der an sich bestrickenden Formenschönheit etwa verloren 
gegangen war. 
Es begann die Zeit der realistischen Formen- und der 
idealen Farbengebung. Der Kreis des malerisch Darstell- 
baren konnte sich hierdurch unendlich erweitern, ohne an 
Reiz zu verlieren, denn man konnte nun wahrhaft mensch- 
lich und doch poetisch anziehend, vielseitig und wahr sein. 
Aus den "Regionen, wo die reinen Formen wohnen", aus der 
mit Gebilden der Vollkommenheit erfüllten Vorstellungswelt 
konnte man nunmehr herabsteigen in die WVelt der Unvoll- 
kommenheit und statt Götter und idealer himmlischer Wesen 
Menschen malen, Wesen, denen die Gefühle unserer Seele 
eigen sind, und diese Gestalten durch den höchsten Aus- 
druck des menschlichen Gefühlslehens verklären. 
In Correggio sehen wir einen Meister, der an Stelle der 
Schönheit die Anmuth malte,  an Stelle göttlicher Hoheit 
tief menschliches Empfinden. Er erfasste die Malerei in 
ihrer vollen Eigenart, und seine Compositionen wirken nicht 
durch weihevolle Schönheit auf das Gemüth, sondern durch 
den Ausdruck innigstei" Gefühle; diese Wirkung aber wird 
20er-
        

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