Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1537014
Nachtrag. 303 
Dieser Umstand giebt zu bedenken, dass schwerlich ein 
Copist, selbst nicht ein solcher von der Bedeutung eines 
Lundens  im Stande ist, seine Copie um ein paar Töne 
heller zu stimmen als das Original ist, welches er copirt, 
ohne dabei aus dem Gesammtton und der Gesammthaltung 
zu fallen oder "Hauer" zu Werden, zumal wenn er eine ver- 
hältnissmässig so kleine Copie nach einem so grossen Bilde 
verfertigt. Vielmehr wird in fast allen Fällen die Copie in 
dunklerem und trüberem Tone gehalten sein, schwerlich 
aber in einem leuchtenderen als das Original. 
in 
Nach diesier Betrachtung kann es sich bei dem Bilde 
der NaL-Gal. nicht um eine Copie, sondern nur um ein 
Originalwerk 
des 
Meisters 
selbst 
handeln. 
Ferner zeigt das Bild wohl an einigen Stellen spätere, 
bei Restaurationen erfolgte Nachbesserungen, so besonders 
an dem Boden des Vordergrundes, der etwas wollig Wirkt,  
auch eine Veränderung im Gesichtsausdrucke des Haupt- 
mannes und besonders des rechts im Hintergrunde mit 
dem über die linke Schulter gelegten Gewehr stehenden 
Schützen, 
die 
anglisirt 
erscheinen. 
Gleichwohl ist das ein so ausgezeichnetes und Wohl- 
erhaltenes Werk, die Technik so sicher und vorzüglich (ich 
erinnere nur an den Gewehrlauf des Schützen, Welcher den 
Schuss abfeuert, oder an den Handschuh und die ganze 
Figur des Lieutenants, sowie an den Hauptmann),  dass 
es nur von dem Meister selbst herstammen kann. 
Es steht in der Technik und ganzen Behandlung dem 
1658 gemalten Opfer Salomds so nahe, dass man wohl an- 
nehmen kann, es sei ca. im Jahre 1662, als die Aus- 
sehmückung des kleinen Kriegsrathssaales vom Rathe der 
Stadt beschlossen war,  vielleicht als ein Concurrenz-
        

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