Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1536771
"Nachtwache" 
Die 
279 
Die Malerei desselben war ein Kunststück,  die Bewegung 
sei-ner Gestalt war frappirend, indem er mit erhobenem Fusse 
fast aus dem Bilde heraus zu schreiten schien. Die Parti- 
sane in seiner Hand war so stark verkürzt, dass sie auf dem 
Bilde nur einen halben Fuss lang War, Während man sie 
doch in ihrer ganzen Länge zu sehen verrneinte. Die übrigen 
Personen, obwohl Portraits, Waren lange nicht so sorgfältig 
ausgeführt und traten nicht plastisch hervor, müssen aber 
im Verhältniss zu einander ziemlich gleichwerthig gewesen 
sein, da sie mit fast gleichen Preisen bezahlt worden sind. 
Sind die Urtheile der beiden Kritiker bezüglich der 
Qualität des Bildes auch verschieden, so geht jedoch aus 
den Beschreibungen beider hervor, dass es sich um ein 
Portraitstück handelt. 
Das aber muss man, wie bereits gesagt, bei der "Nacht- 
wache" bezweifeln, besonders wenn behauptet wird, sie müsse 
mit dem R emb ran dtts chen P 0 rtrait stücke identisch 
sein, 
VOII 
dem 
wir 
wissen, 
dass 
HUT 
16 
Personen 
auf 
dem- 
selben gemalt waren; denn wir können nicht annehmen, dass 
der Maler auf dieselbe Leinwand noch 11-14 Personen mehr 
hinzufügte, als verlangt worden waren, zumal er mit dieser 
Mehrzahl Niemandem einen Gefallen erwiesen, sondern den 
Zahlenden vielmehr die Platze geschmälert hätte. Eine der- 
artige Handlungsweise des Künstlers müsste als eine unbe- 
greifliche Thorheit angesehen werden. 
Dergleichen ist aber in der Geschichte der Malerei sonst 
nicht vorgekommen, vielmehr haben sich auch die grössesten 
Künstler nach den ihnen gewordenen Aufträgen gerichtet 
oder denselben doch wenigstens bei der Ausführung der- 
selben nicht so gänzlich widersprochen. 
Man kann aber nicht annehmen, dass gerade Rem- 
brandt hierin wieder die einzige Ausnahme gemacht haben
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.