Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1536697
Die "Nachtwache". 
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Her Meijer sucht übrigens das Fehlen eines oder einiger 
Namen zu erklären, indem er annimmt, die Namen seien 
auf dem Schilde später hinzugefügt und ein „Paar Schützen, 
deren Namen vergessen Waren, oder die nicht bezahlen 
wollten oder konnten, fehlen." Die beiden Zeugen jedoch, 
deren Namen mit Bestimmtheit als fehlend zu erachten 
sind, sagen ja gerade aus, dass sie bezahlt haben und 
gehören nicht zu denjenigen, Welche früh gestorben sind. 
Wer aber ausser Rembrandt wusste denn, ob der eine 
oder andereder Dargestellten bezahlt habe oder nicht? 
Herr Meijer aber giebt selbst an, dass Rembrandt die Liste 
nicht geschrieben habe. Der Grund also, den Herr Meijer 
für das Fehlen der Namen angiebt, ist nicht stichhaltig und 
für die beiden Zeugen Pietersz und Cruysbergen ganz un- 
zutreiTend. Rembrandt aber hat in seiner Inventarsberech- 
nung offenbar 1600 Gld. 
er für das Bild erhalten 
als 
hat 
den 
und 
Preis angegeben, den 
lässt denselben durch 
die Zeugen bestätigen, wobei denn der eine aussagt, es seien 
16 Mann gewesen, die sich malen liessen, und dieselben 
hätten durchschnittlich 100 Gld. bezahlt. Rembrandt hat 
also versichert, für das Bild voll bezahlt worden zu sein. 
Wäre die Liste also entweder von Rembrand selbst oder 
noch zu Lebzeiten der Zeugen gemacht worden, so würden 
die beiden Zeugen nicht zugegeben haben, dass ihre Namen 
ausgelassen wurden. Die Namensliste muss also sehr spät 
und nicht mehr im Interesse der Dargestellten angefertigt 
worden sein, sondern vielleicht im Interesse von später 
Lebenden, die eine Ehre darin suchten, ihre Ahnen auf dem 
Bilde verewigt zu sehen. Für das Rembrandfsche Bild ist 
sie, wie aus dem Vorangegangenen hervorgeht, falsch; was 
aber die Nachweisung der Identität dieses Portraitstückes 
mit der "Nachtwache" betrifft  worauf es ja ankommt 
        

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