Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1536526
ää 
Theil. 
Capitel. 
ernst auf den Beschauer. Ihre würdige Haltung ist der 
natürliche Ausdruck ihrer Ehrbarkeit und ihres weiblichen. 
Selbstgefühls. Es ist dies eine Auffassung des weiblichen 
Gemüthslebens, die nur ein innerlich nobler Mann zu 
erfassen und wiederzugeben im Stande ist und die wir 
eben deshalb einem Manne wie Rembrandt nicht 
zutrauen können, der, wie nach seinem Verhalten der 
Hendrickje gegenüber geschlossen werden muss, kein Ver- 
ständniss für das Weibliche Seelenleben hatte. 
Das Bildniss einer alten Dame, augenscheinlich aus vor- 
nehmen Hause, in der Erinitage zu St. Petersburg, welche 
in einem Lehnstuhl sitzt und in einem grossen Buche ge- 
lesen hat, das auf ihren Knien liegt,  worauf das Augen- 
glas deutet, Welches sie noch in der rechten Hand hält, die 
auf dem Buche ruht,  ein Bildniss, das als ein WVerk 
unseres Meistersbereits in Cap. III erwähnt wurde, gehört 
jedoch einem früheren Jahre an, als die auf dem Bilde be- 
findliche Jahreszahl (1650) angiebt. Dieser Schluss erscheint 
berechtigt, Wenn wir dieses Einzelportrait mit dem im Jahre 
1649 für das Leprozenhuis gemalten Portraitstück ver- 
gleichen. 
Der geistige Ausdruck ist dem Meister bei dem in Peters- 
burg befindlichen Portrait bereits vorzüglich gelungen. 
Wie klug blicken die dunklen Augen und wie anziehend 
wirken die feinen Züge dieses Frauenkopfes. In der Technik 
erinnert der Kopf an de Keyser, besonders in der Modellirung 
der Wangen und der eigenthümlichen Markirung des Joch- 
beines.  
Die übrigen Biauenportraits: Bofs in der Ermitage sind, 
der späteren Zeit entsprechend, Weicher und verschmolzener 
gemalt, wärmer im Ton, vorzüglicher im Helldunkel, aber
        

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