Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534087
Theil. 
Capitel. 
Die Nacht hat sich herabgesenkt. Sanft löste der Schlaf 
ihm die Glieder, auch-die zum Gebet auf der Brust ge- 
falteten Hände. Ein friedvoll-gliiekliches Lächeln spielt um 
die leise geöffneten Lippen, und die Klarheit des Himmels 
umleuchtet ihn; ein seliger Traum umfängt seine Sinne: er 
sieht im Geiste die Himmelsleiter. Diese, so erzählt. uns die 
Bibel, „stand auf Erden und rührte mit der Spitze an den 
„Himn1el und die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. 
"Und der Herr stand oben darauf und sprach: Ich bin 
"der Herr, Abrahams deines Vaters Gott und Isaaks Gott; 
"das Land, darauf du liegst, Will ich dir und deinem Samen 
"geben.  
"Und dein Szune soll werden wie der Staub auf Erden, 
"und du sollst ausgebreitet werden gegen den Abend, Morgen, 
"Mitternacht und Nlittag; und durch dich und deinen Samen 
"sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden u. s. w." 
(Mos. 28, 12-15.) 
Wie hat nun der Maler diese Bibelstelle aufgefasst und 
durch seine Kunst interpretirt?  
Der Gegenstand ist von ihm gleichsam bis in das Herz 
getroffen, die Auffassung völlig selbstständig und einzig in 
ihrer Art.  
Der Herr ist in Gestalt eines leuchtenden Engels zu dein 
Schlafenden herabgestiegen und blickt ernst und doch voll 
milder Güte zu ihm hernieder; die rechte Hand streckt er 
das Herz 
einzig in 
segnend und behütend über ihn. 
Die Mächte der Nacht und Finsterniss sind vor ihm zu- 
rückgewichen. In einem Strahl des Lichtes, das vom Himmel 
kommt, schweben Engelsknaben freundlich nieder und einer 
derselben blickt dem Schläfer mit schalkhaft-kindlichem 
Lächeln zuthnlich in das vom Hinnnelslicht überstrahlte 
jugendliche 
Angesicht, 
3.115 
Welchem 
zugleich 
den 
breit-
        

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