Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1536271
Der 
LhYG 
Autor 
einiger 
dem R. 
zugeschriebenen Hauptwerke. 
229 
sind, da das Gesetz von der Erhaltung der Art in gewissem 
Sinne nicht nur in der lebendigen Natur wirksam ist, 
sondern auch auf die Geisteswerke der Menschen Beziehung 
hat. Das bessere Werk ist durch die ihm innewohnende 
höhere geistige Natur lebenskräftiger als das geringere; be- 
deutende Kunstwerke haben-gleich der höher organisirten 
Gattung in der Natur  selbst bei zufälligen Ereignissen, 
wie Brand und dergL, welche sie bedrohen, auf dem Boden, 
der sie trägt, in der Atmosphäre, in der sie existiren, d. i. 
durch das Interesse, welches die Menschen an ihnen nehmen, 
mehr Existenztahigkeit als die geringen. 
Von den vielen tausend Bildern jener grossen Epoche 
Hollands hat. sich wohl auch eine Anzahl geringer, aber im 
Verhältniss dazu eine überwiegend grosse Zahl vortrefflicher 
Werke erhalten. Denn wie wenig man auch im vorigen 
Jahrhunderte über die wahren Autoren derselben unterrichtet 
war, die besten Werke haben doch fast durchgehends mehr 
Beachtung gefunden als die geringeren und man hat sie bei 
Plünderungen und Brand zu retten und überhaupt vor dem 
Verderben zu schützen gesucht. 
Da nun Ferdinand Bol und nicht Rembrandt, wie aus 
den blossen Lebensumständen, den Urtheilen und dem Ver- 
halten der Zeitgenossen den Künstlern gegenüber geschlossen 
werden muss, bei weitem der grössere Meister gewesen ist 
und zugleich in seinem geordneten Lebensgange sicherlich 
Weit mehr Bilder gemalt hat als Rembrandt, der in den 
letzten 13 Jahren seines Lebens fast nichts mehr zu Stande 
brachte, so ist es klar, dass von den zahlreichen Historien- 
bildern und Portraits unseres F. Bol, an welche Commelin 
bei seinem Berichte denkt, eine weit grössere Zahl sich 
erhalten haben muss als von jenen wenigeren Werken des 
geringeren Meisters, 
im besten Falle sein Vorgänger 
der 
WELT.
        

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