Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534036
Einleitung. 
L 
kann. Wie sollte auch bei der gewaltigen Lebenskraft 
des niederländischen Volkes sich dasselbe frei von Aus- 
schweifungen gehalten haben? Und wie sollte nach den 
erstaunlichen Erfolgen der Kriegführting und Diplomatie, bei 
dem grossen Aufschwung des Handels, dem enormen Reich- 
thum der Handelsherren und dem allgemeinen Wohlstande 
der Bürger das Selbstgefühl nicht so gewachsen sein, dass 
es zuweilen in Selbstülaerhebung umschlug und den klaren 
Blick Vieler auch in politischen Dingen trübte? Es ist auch 
richtig, dass die niederen Schichten des Volkes, besonders 
auf dem Lande, durch den fast endlosen Krieg gelitten und 
die Rasse des Volkes in Folge des langen Aufenthaltes der 
fremden Söldnerheere durch Vermischung sich verschlechtert 
und dass Roheit und Trunksucht zugenommen hatten. 
Solche Typen, die uns z. B. durch Brouwer und zum 
Theil auch durch Jan Steen und andere vorgeführt werden, 
muthen uns allerdings nicht sympathisch an. 
Ostade freilich schildert zwar auch hässliche Menschen, 
aber er zeigt uns grösstentheils die Bauern jener Zeit in 
ihrer Häuslichkeit und idyllischen Gemüthlichkeit, wodurch 
wir den Eindruck gewinnen, dass das Landvolk nicht durch- 
schnittlich verroht und lüderlich geworden war und dass es 
nur in niederen Spelunken so herging, wie Brouwer es 
schildert. 
Der breite Bürgerstand War moralisch kerngesund und 
lebenskraftig; das beweisen vor Allem die herrlichen Ge- 
stalten unverwüstlichen Mannesstolzes und Humors, Welche 
uns in den Bildnissen des trefflichen Frans Hals, in den 
vorzüglichen Schützenstücken des van der Helst und den 
Portraits anderer tüchtiger Künstler erhalten sind. 
An der Spitze dieses Bürgerstandes aber befanden sich 
die hohen Beamten des Staates und der städtischen Ge-
        

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