Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535751
Prüfung 
des 
künstlerischen 
Entwickelungsgvanges 
Rembrandfs. 
177 
eines Betrügers zur Hervorbringung ethisch so hoch stehender 
und im seelischen Ausdrucke so wahrhaftiger und vollendeter 
Historienbilder durchaus nicht geeignet sei.  Wie man 
sich also auch wenden möge,  die thatsächliche Lebens- 
geschichte Rembrandts schliesst seine Autorschaft an den 
genannten Kunstwerken mit Nothwendigkeit aus. 
Namentlich wird der Beweis der Unmöglichkeit für 
Rembrandts Autorschaft an einzelnen dieser Bilder, so 
besonders am "Segen Jacob's" in Cassel, diesem gross- 
artigsten Monument der die Generationen, die Jahrhunderte 
überblickenden Vaterliebe, aus dem Verhältnisse Rembrandts 
zu seinem Sohne, sowie aus seinem ganzen damaligen Ver- 
halten klar erbracht. 
Bevor ich noch die über Rembrandt handelnden Acten 
weiter kannte, als sie bei Kolloff, Vosmaer und Bode an- 
geführt sind, stand es in meinem Bewusstsein bereits felsen- 
fest, dass der „Segen Jacob's" keinesfalls im Jahre 1656 
gemalt sein könne. Rembrandt, so schloss ich damals, hatte 
seinem Sohne das von seiner Mutter diesem zugedachte Ver- 
mögen vergeudet, was sich im Jahre 1656 effectuirte; er 
hatte ferner durch sein Verhältniss zur Hendrickje das 
Testament seiner Frau treulos umgangen und durch diese 
Schurkerei zu seinem Vortheile unwirksam gemacht. 
Rembrandt War also nicht der Mann, welcher ein her- 
vorragend starkes Familiengefühl und eine auch nurige- 
Wöhnliche sorgende Vaterliebe besass. Wenn aber ein Vater 
für seine Kinder nicht sorgt, so liebt er sie nicht, denn erst 
in der Fürsorge um das Kind offenbart sich die Vaterliebe. 
Rembrandt, so schloss ich, War ein liebloser und egoistischer 
Charakter. 
Wie aber soll ein Mann, dernicht einmal die ganz ge- 
wöhnliche Vaterliebe in sich trug, gerade dasjenige Werk 
12 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.