Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535457
Prüfung 
des 
künstlerischen 
Entwickelungsganges 
Bembrandiäs. 
147 
nicht als eine gleichzeitige oder gar ebenbürtige 
angenommen werden oder bestehen kann. 
Leistung 
In den Jahren von 1632 bis 1633 oder „um 1634" linden 
sich auch die vorzüglichen Portraits und Studienköpfe der 
sogenannten "Saskia" in Stockholm, der "Saskiai" inßassel, 
des "Coppenol" (Federschneiders), des „Mannes mit der 
Glatze"  des „Mannes mit der Kupfernase" ehendaselbst. 
In allen diesen Werken erweist sich der Autor derselben 
bereits als ein fertiger Meister, welcher das Material, mit 
dem er arbeitet, vollauf kennt und beherrscht, der in der 
Technik nicht nur eine absolute Sicherheit zeigt, sondern 
sich derselben vielmehr bereits als eines gleichsam organi- 
Sßhen Mittels für seine bestimmten künstlerischen Zwecke 
bedient und dieselbe so verschiedenartig ausgestaltet und 
Vergeistigt hat wie kein anderer Meister je vor oder nach 
ihm während eines langen Lebens. 
Die glatte, zarte Haut eines jungen Mädchens, die etwas 
D0rösere einer älteren Schönen, das weiche, etwas schlaffe 
Fleisch eines Gelehrten und Stuhensitzers, die glänzend 
Straffe Haut der Glatze eines Greises, das runzelige, wetter- 
Sßbräunte Gesicht eines Alten, dessen Aussehen uns verräth, 
dass er sich viel im Freien aufgehalten und zu seiner 
inneren Erwärmung mitunter der Flasche zugesprochen 
hat;  für jeden Unterschied der Hautstructur dieser ver- 
schiedenartigen Menschen hat dieser Künstler mit intuitivem 
Blick eine entsprechende Behandlung der Farbe gefunden, 
Völlig Wahr, treffend,  unnachahmlich, dem Wesen nach 
Völlig der Natur entsprechend, niemals kleinlich werdend, 
alles in grossem Stil wiedergebend. 
Diese Meisterschaft bewahrt Rembrandt, wie es scheint, 
jedßßh nicht vor neuen Rückschlägen in den folgenden 
Jahren. Wer die genannten Portraits und Studienköpfe be- 
105"
        

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