Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535396
Prüfung des künstlerischen Entwickelungsganges Rembrandfs. 14,1 
Der geistige Sprung von dem niedrigen Niveau jener 
beiden Bilder bis zu dem "gleichzeitig" gemalten Simeon lasst 
eine organische Fortentwickelung nicht erkennen, sondern 
erinnert an die Leistungen eines Trapezkünstlers, der, durch 
mechanische Hilfsmittel unterstützt, sein Ziel in einem An- 
satze im Fluge nimmt. Da man auf geistigem Gebiete je- 
doch solche Hilfsmittel, Welche den Geist plötzlich über den 
Standpunkt des bisherigen Wissens und Könnens empor- 
schleudern, nicht besitzt, so muss die Möglichkeit verneint 
werden, dass es jenem jungen Maler, der im Jahre 1631 den 
in Bonn befindlichen "barmherzigen Samariter" malte, in 
demselben Jahre gelungen sein sollte, den „Simeon im 
Tempel" im Haag zu schaffen, ein Werk, das bereits mit 
so viel Meisterschaft gemalt ist, Welche sich allein durch die 
Zeit, durch vieles Studium, durch Uebung und Erfahrung 
erreichen lasst. Auch Kolloff ist der Ansicht, dass der 
"Simeon" das Werk eines jugendlichen Künstlers nicht 
sein könne, Weil die ganze Auffassung und der Ausdruck 
des Gefühls in diesem Bilde eben so Wenig jugendlich sei, 
als die treffliche Ausführung, Welche „Klarheit und Brillanz 
der Wirkung verbindet."  
Jedoch nicht nur der "Simeon" allein, auch andere 
Bilder und Bildchen, Welche gleichzeitig mit dem jetzt in 
Bonn befindlichen "barmherzigen Samariter" entstanden 
sein sollen, wie das grosse Bild der "heiligen Familie" in 
München, der "Petrus im Gefangniss," der sogenannte "Loth" 
im Besitze des Grafen Stroganoff in St. Petersburg, können 
11111" in auseinanderliegenden Zeitpunkten, zwischen denen 
Intervalle von Jahren liegen, entstanden sein. Waren die 
thatsächlichen Jugendbilder nicht durch Zeitgenossen ge- 
stochen und von diesen Rembrandt nicht als Inventor 
genannt worden, 
so würden diese Bilder als 
"für den 
grossen
        

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