Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535371
Prüfung 
des 
Rembrandt 
künstlerischen Entwickelungsganges 
139 
die "Taufe des Kämmerers" darstellt. Rembrandt wird auf 
dieser Radirung als Jnventor angegeben. Bisher glaubte 
man, das betreffende Original sei verloren gegangen; nach 
Herrn Dr. Bode indessen ist dasselbe in einem, jetzt der 
Grossherzoglich Oldenburgischen Galerie angehörigen Bilde 
erhalten geblieben. Wenn die Bezeichnung auf der be- 
treffenden Radirung echt ist, so erscheint Herrn Dr. B0de's 
Beweis plausibel. Er hält es für ein sehr frühes Bild Rem- 
brandts, weil es noch ganz den Einfluss Lastman's zeige. 
Die Entstehung desselben sei also nicht in das von J. Vliet 
angegebene Jahr, sondern etwa 3-4 Jahre früher zu setzen, 
etwa in das Jahr 16927 oder 1628. Als sicher muss wohl 
angenommen werden, dass dieses Bild nicht von einem 
Schüler in dem Atelier seines Meisters gemalt worden ist, 
Weil sonst das ganze Bild eine grössere Gleichmässigkeit in 
der Ausführung zeigen dürfte, als von Herrn Dr. Bode an- 
gegeben wird. 
Wir haben es hier vielmehr mit einem jungen Maler zu 
thun, der, obgleich in vielem noch unreif, sich doch schon als 
selbstständig schaffender Künstler übte und sich auch an Stoffe 
Wagte, denen er weder in Composition, noch in Zeichnung 
voll gewachsen War. Herr Dr. Bode beschreibt dieses Bild 
folgendermaassen: „Einzelne Eigenschaften des Oldenburger 
Bildes machen es freilich schwer, auch nur an eine Erst- 
lingsarbeit des grossen Künstlers zu denken." Namentlich 
falle die kindische Zeichnung und rohe Behandlung der 
Pferde, besonders des grossen Gauls über der Gruppe der 
Taufe, sehr störend ins Auge. Die Hand des Apostels 
Verrathe ähnliche Schwächen, ebenso die Wiedergabe des 
Wagens. Andere Theile des Bildes, besonders der Reiter 
mit der Lanze, seien besser gelungen, dazu sei die Haupt- 
gmppe tief empfunden. In dem hellen Tageslicht des
        

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