Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535361
138 
Theil. 
Capitel. 
Tag 
aufgeschlossen 
und 
greifbar 
fertig 
in Hand, 
Augen 
und 
Seele. 
Rembrandt ist auch in dieser Beziehung eine ausser- 
gewöhnliche Erscheinung. Aehnliches findet und vollzieht 
sich nirgends in dem Entwickelungsgange irgend eines a11- 
deren bedeutenden Meisters, in Welcher Zeit und unter 
welchem Volke man auch nachforschen möge; denn der- 
gleichen widerspricht den Entwickelungsgesetzen des mensch- 
lichen Denkvermögens (zumal besonders in Rembrandts 
J ugend jahren die vorzüglichen Bilder meistens vor den ge- 
ringeren entstanden sein sollen). Ein Beispiel! Im Jahre 
1631 soll der „Simeon im Tempel" im Haag entstanden sein, 
und Vosmaer glaubt, dass auch die "Susanna" im Haag bereits 
in diesem Jahre gemalt worden sei. Welche Vollendung in 
der Zeichnung allein bei dem "Simeon" und welche Aus- 
bildung der malerischen Technik in der "Susanna", im 
landschaftlichen Beiwerke sowohl, als in der Behandlung des 
Nackten! Betrachten wir dagegen die 7 Jahre später ent- 
standenen Bilder der Grablegung und der Auferstehung, von 
denen man meint mit aller Sicherheit annehmen zu müssen, 
dass es echte Werke Rembrandts aus den Jahren 1636 bis 
Ende 1638 sind, so wird in diesen Bildern, "die er in langer 
Zeit und mit vielem Fleiss" malte, Niemand die Fortent- 
wickelung eines Genies zu diesen späteren Leistungen hin 
zu erkennen vermögen, da dieselben in jeder Beziehung 
hinter den erstgenannten Bildern zurückstehen.  Wenn 
sich Rembrandt nach diesen Bildern hin entwickelt, so 
müssen wir vielmehr einen  freilich unerklärlichen  Rü ck- 
schritt seiner künstlerischen Leistungsfähigkeit constatiren. 
Von einem Zeitgenossen Rembrandts, dem Kupfer- 
stecher J. J. van Vliet, ist uns eine mit der Jahreszahl 1631 
versehene Radirung nach einem Werke erhalten, welches
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.