Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535179
Statistisches. 
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für ihre Arbeiten auszunutzen und mit jeder Stunde Arbeits- 
zeit zu geizen. Rembrandt macht hierin eine Ausnahme. 
Er eilt des Morgens zu Auctionen, läuft zu Trödlern, Ra- 
ritatenhandlern und "durch alle Winkel und Gassen der 
Stadt, auf Brücken und Markte" und geht seiner Sammel- 
leidenschaft nach. Oft fehlt es ihm an Geld, dann muss 
er zu Freunden und Bekannten gehen um es zu besorgen; 
es treten Vervvickelungen, Verlegenheiten ein, er eilt zu den 
verschiedensten Notarien; er wird verklagt, muss bei un- 
zähligen Terminen und Gerichtsverhandlungen erscheinen 
etc.  Alle diese Versäumnisse aber fallen auf die Tages- 
stunden, die meisten auf den Morgen, die beste und un- 
gestörteste 
Arbeitszeit. 
Dabei malte Rembrandt keineswegs schnell, Wie seine 
Schüler Hoogstraten und Bernhard Keil erzählen und wie 
wir dies auch aus den langen Ablieferungsfristen der vom 
Prinzen Friedrich Heinrich bestellten Passionsbilder ersehen 
können, auch verwandte er viel Zeit darauf ein Modell zu 
Costumiren und zeichnete es erst von verschiedenen Seiten, 
bevor er sich entschied, in welcher Auffassung er es malen 
Wollte. Aus diesen Gründen erscheint es gradezu unglaublich, 
dass Rembrandt dennoch in der Zeit, welche ihm so neb enbei 
Zur Ausübung der Kunst übrig blieb, jene Riesenarbeit voll- 
bracht haben sollte, besonders wenn man bedenkt, dass er 
Vom Jahre 1656 ab, nach den Berichten der Acten, fast 
gar nicht mehr arbeitet, sodass von seiner Gesammt- 
arbeitszeit noch 13 Jahre abgehen. Wann also soll Rem- 
brandt diese ungeheuere Arbeit vollbracht haben, Welche 
die ganze, volle Arbeitszeit und Arbeitskraft eines lang- 
lebigen Genius auszufüllen und zu beanspruchen geeignet 
1st?! 
        

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