Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535055
Zur Charakteristik Rembrandfs. 
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drtlck. "Was hier in schwankender Erscheinung schwebt, 
befestigt er mit dauernden Gedanken." 
Das Wunderbare Naturwesen Luft, Licht, Wasser, Erde 
in ihrem geheimnissvollen Leben belauscht er mit ahnungs- 
voller Seele: die Luft- und Nebelgeister sausen und 
brausen dahin oder huschen leise durch die stille Luft;  
angstvoll bedrückend ruht ein Gewitter dumpf brütend über 
der Erde und nur ein Strahl der Sonne,  wie Hoffnung 
im Dunkel der Trübsal,  durchbricht siegend den Wolken- 
schleier. Dann wieder bannt er die letzte Abendgluth der 
Sonne zu ewig strahlender Pracht.  
lFür das typische und individuelle Geistesleben des 
Menschen nach Alter, Temperament, augenblicklicher Ge- 
legenheit und körperlicher Beschaffenheit findet der grosse 
Künstler stets den richtigen und angemessenen Ausdruck. 
Das Leben seines Volkes und die ethische Bedeutung der 
biblischen Geschichten erfasst er unter allen Künstlern mit 
einziger Tiefe, Geistesschärfe und wahrer Empfindung. Sein 
ganzes Leben scheint aufzugeben in Grübeln und Sinnen, 
Ersinnen und Dichten, Abwägen, Gestalten und Darstellen. 
Nach diesen Kunstwerken ist seine Phantasie reich wie sein 
Geist, alles ist angemessen, gross, tief, ernst und wahr.  
In Rembrandts Leben aber, in seinen Worten und 
Werken ist fast lauter Lüge.  
Rembrandt, wie man ihn in unserer Zeit geschildert hat, 
insonderheit als Autor jener grossen Werke, welche ihm 
zugeschrieben werden, ist eine Instanz, eine Ausnahme und 
zwar in allen Beziehungen: 
1. In moralischer Beziehung, denn seine moralische 
Beschaffenheit kommt in seinen angeblichen Hauptwerken 
nicht zur Geltung, während sonst die Werke eines Menschen 
die Ausgestaltung seiner Innerlichkeit sind.
        

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