Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1535038
Zur 
Charakteristik Rembrandtä. 
105 
Wenn dem gewaltigen Tonkünstler also auch das Organ 
der Tonwahrnehmung erstorben war, in seinem Geiste lebte 
die ganze Welt der Töne und gestaltete sich darin fort und fort 
zu gewaltigen Hymnen in reichster Klangfülle. Rembrandt 
war zwar im Vollbesitze seiner Sinnesthätigkeiten im gewöhn- 
lichen Sinne, aber er hatte die Schaffenskraft und geistige 
Schaffensmöglichkeit eingebüsst.  Darum sehen wir ihn 
unthatig und verbittert seinem Ende entgegengehen. Von 
ihm kann man mit dem grossen englischen Dichter sagen: 
„Ein Mann, der nicht Musik hat in sich selbst, taugt zu 
Verrath, zu Räuberei und Tücken, sein Herz ist dumpf 
wie Nacht und seine Seele schwarz wie Erebus.  Trau' 
keinem 
solchen y: 
Noch 
bevor 
alle 
seine 
Studienmittel 
und 
seine 
äusseren 
Güter 
einbüsste, 
hatte 
bereits 
die 
Harmonie 
seiner 
welche 
geistigen Kräfte verloren. 
ihn erfüllten, waren längst 
Die Hauptbestrebungen, 
auf andere Dinge als auf 
seine 
Kunst 
gerichtet. 
Der kritische Verstand aber Wird mit gerechtem Zweifel 
darüber erfüllt, 0b der Rembrandt, den wir aus den 
Berichten der Acten kennen lernten, der Schöpfer jener 
Kunstwerke 
hochethischen 
Gehaltes 
sein 
könne, 
Welche 
die 
Seele rühren und ergreifen, zu denen die gebildete Mensch- 
heit mit Bewunderung aufblickt und die seinem Namen 
zugeschrieben 
werden. 
Nach der bisher geltenden Ansicht und nach den vor- 
trefflichen Bezeichnungen der meisten Bilder entwickelt 
sich Rembrandt (einiger Widersprüche hier nicht zu ge- 
denken), wie man behauptet, zu immer grösserer künst- 
lerischer Vollkommenheit;  nach den Ergebnissen der 
Acten aber beginnt er bald nach dem Tode seiner Frau,
        

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