Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wer ist Rembrandt?
Person:
Lautner, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533501
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1534993
L 
Zur 
Charakteristik 
Bembrandfs. 101 
durchaus hinter den Thatsachen zurückbleiben. Er berichtet, 
Rembrandt. sei sehr auf das Geld erpicht gewesen, so dass 
sich seine Schüler den Spass erlaubt hätten, kleine Geld- 
stücke am Boden eines ziemlich dunkeln Ganges fest zu 
nageln. Rembrandt habe sich mehrfach darnach gebückt 
um dieselben aufzunehmen, was ihm natürlich nicht gelingen 
konnte, und dies habe die Heiterkeit der jungen Leute erregt. 
Diese Erzählung, welche die Habsucht Rembrandts illustriren 
soll, setzt aber die Gewohnheiten oder den Charakter Rem- 
brandfs lange nicht so sehr herab als die Thatsache, dass 
er anvertrautes Gut wie Eigenthum behandelt, dass er seine 
Versprechungen niemals hält und dass er in seinem späteren 
Leben sogar einen Betrug zu begehen sich nicht scheut.  
Auch ist es eine Thatsache, dass die Herren Witsen und 
Hertsbeek den Rembrandt des Betruges anschuldigten, 
dass sie die Vermögensübertragung Rembrandtis an seinen 
Sohn für eine betrügerische Manipulation ansahen. Und 
es ist keine Frage, dass die gute Gesellschaft Amsterdams, 
soweit die Angelegenheit derselben zu Gehör gekommen 
war, die Ansicht der Kläger getheilt und den Rembrandt 
für einen Betrüger gehalten haben wird. Was dies  
zumal der Process 9 Jahre dauerte  für den Portrait- 
maler Rembrandt nothwendig zu bedeuten hatte, ist klar: 
Hatte man vorher nicht gern eine nahestehende weibliche 
Person von Rembrandt portraitiren lassen, so; liess sich jetzt 
auch kein anständiger Mann, der mit Witsen und den Krei- 
sen der hohen städtischen Beamten nähere Bekanntschaft 
hatte, von Rembrandt portraitiren. 
Wenn Baldinucci endlich versichert, Rembrandt sei in 
seinem Alter nach Schweden ausgewandert und dort ver- 
schollen, so wirft das kein so trübes Licht auf seine letzten 
Lebensjahre, als wenn wir aus den Acten erfahren, dass
        

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