Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1530519
UMBRISCHE 
PERIODE. 
zu Raffael in nahen Beziehungen und war ganz geeignet, Raffael zu 
unterrichten, ohne deffen natürliche Entwickelung zu ftören, ihm enge 
Schulfeffeln anzulegen. S0 erfcheint es gerechtfertigt, dafs an ihn zu- 
nächft als Lehrer des jungen Raffael gedacht wird. Die äufsere Wahr- 
fcheinlichkeit in innere Gewifsheit zu verwandeln, indem Timoteds Ein- 
Hufs in den früheften Werken Raffaels nachgewiefen wirdik), ift bis jetzt 
nicht vollkommen gelungen. 
 Ü" 
Das lVlaafs des Kunftvermögens, welches Raffael aus Urbino mit- 
brachte, läfst {ich nicht mehr genau beftimmen. XVohl werden in Künft- 
kabinetten einzelne Handzeichnungen aufbewahrt, welche in feine frühefte 
Jugendzeit fallen follen, doch entbehren diefelben aller inneren Glaub- 
würdigkeit, wie z. B. die in dem fog. Raffaelifchen Skizzenbuche (Samml. 
der Akademie in Venedig) bewahrten Zeichnungen nach Studien Peru- 
ginds und Pinturicchiois für die Fresken in der Sixtina. Auch die mit 
der Feder gezeichneten Copien nach den Idealporträten in der urbina- 
tifchen Bibliothek (eben dort) erfcheinen unter {ich viel zu ungleich und 
verrathen theilweife eine viel zu fehr fchon praktifch gefchulte, dabei 
wenig frifche Hand, als dafs {ie dem etwa vierzehn- bis fechszehnjährigen 
Raffael mit Wahrfcheinlichlqeit könnten zugefchrieben werden. Dagegen 
liegt offen zu Tage, was ihm während feiner Lehrzeit die YVerkPcätte 
Peruginds an Anregungen bot. Aufser dem Frescofchmuck im Cambio 
Waren Perugino damals noch folgende Tafelbilder aufgetragen worden: 
die Himmelfahrt Mariae für das Klofter in Vallombrofa, die Vermählung 
Mariae für die Jofephsbrüdierfchaft in San Lorenzo in Perugia, die Krönung 
Mariae und die Kreuzigung für die Kirche San Francesco al monte; Die- 
felben Gegenftände hat Raffael in feinen frühevften felbüändigen Werken 
gefchildert. Für das nahe Verhältnifs zu dem umbrifchen Meifter laffen 
{ich aber noch viel fprechendere Zeugniffe aufweifen als die Gleichheit 
in der Wahl der Darftellungen. Wenn uns Blätter in die Hand fallen, 
deren eine Seite Perugino, die andere Raffael mit Zeichnungen gefüllt, 
dann wieder Entwürfe Peruginois, die Raffael in Farben ausgeführt hat, 
und endlich Skizzen von Raffael, welche {ich auf Gemälde Peruginois 
beziehen, fo dürfen wir wohl auf die Wengften perfönlichen Beziehungen 
Zwifchen den beiden Künftlern, dem fünfzigjährigen Manne und dem 
noch nicht zwanzigjährigen Jünglinge fchliefsen. Auf der Rückfeite des 
Blattes (Städeffches Mufeum _in Frankfurt), auf welchem Ferugino die 
Lermolieff, 
Die 
Werke 
ital. 
Meifler. 
342.
        

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