Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533327
RAFFAEL 
UND 
MICH ELANGELO. 
Studien zu einzelnen Geflalten und Gruppen. Aus der erften Gruppe 
heben wir hervor die Zeichnungen in Windfor (Ph. ro), in Oxford, in 
Chantilly (Br. 111), ferner für die untem Gruppen die Blätter im Louvre 
(Br. 279), im StaedelTchen Mufeum in Frankfurt, bei Henry Vaughan, in 
der Albertina (Br. 173), in der ungarifchen Reichsgalerie, bei dem Herzog 
von Devonfhire in Chatsworth, Ambroflana (Br. 112), Florenz (Br. 498). 
Skizzen zu den Engelsgruppen bewahren die Sammlungen des Mr. Malcolm, 
jene in Oxford und in Peft. Ein Fragment des Cartons mit der Figur 
Gottvaters befitzt der Louvre (Br. 241), Studien zum Chriflus die Lille- 
Sammlung (Br. 94), zur Madonna die Ambrofiana (Br. 132), zum Paulus 
die Sammlung in Oxford (Br. 29), zum fog. Bramante oder Sectirer der 
Louvre (Br. 242), zum h. Ambrofius das Kupferftichcabinet in München. 
Die vollftändigfte Aufzählung der Skizzen giebt Ruland in feinem Windfor- 
Cataloge. Von RaffaePs fünf Liebesfonetten befindet frch das eine auf 
einem Studienblatte zur Disputa in der Albertina, das andere auf einem 
Studienblatte im Mufeum Fabre zu Montpellier, die übrigen drei, gleich- 
falls auf Skizzen zur Disputa gefchrieben, in Oxford. Aehnlich wie bei 
feinen Geftalten war Raffael auch bei feinen Liebesergüffen unaufhörlich 
bemüht zu feilen und zu beffern. Die meiflen Sonette fmd in mehreren 
Faffungen vorhanden, den Skizzen vergleichbar, deren wir fo viele von 
feiner Hand befrtzen. Hervorragend fmd die Sonette weder im Inhalt 
noch in der Form, immerhin als Zeugniffe des Liebesglückes, wäches 
er in feinen erften römifchen Jahren genoffen, werthvoll. Nähere per- 
fönliche Andeutungen enthalten fie nicht. Er beklagt die Flüchtigkeit 
des Liebesglückes, birgt feine Empfindungen als Geheininifs im Herzen, 
erinnert {ich der genoffenen Seligkeit, preift Amor's Macht und ruft ihn 
als feinen Herrn an. Aus Ausdrücken wie wsudditoa u. a. auf eine vor- 
nehme Stellung feiner Geliebten zu fchliefsen, erfcheint doch allzu gewagt. 
In richtigfler Faffung hat die Sonette H. Grimm im wLeben Raffaelsa 
1872 I. 362 publicirt. Vgl. Robinfon Cr. Account p. 190 und 194. 
4) Ueber den furor divinus der Dichter heifst es bei Marfilius Ficinus 
Epifl. l. I. (Opp. I. 6 34): Vem es! Platonis serztentia poesinz mm a6 arte 
sezi a ßzrore alfyuo dizzino prqyicisci. p. 67 3: Vera paesß a Dea ad Deum. 
Carmina illa solzun dizzina nzusira, nzumrunzgzze furore infusa (existimat 
Plafo), 571112 guando musica lzumzzzza azntanfzzr et rantorem zjäsuzzz et 
audimte: quadamlnozla zoncilant in furorem. Die Verknüpfung der Dichter 
mit den Mufen hat auch Marfilius Ficinus (in Ionem. de furore 
poetico Opp. p. 1281) angedeutet: Poesis a [im (Ajwllinc) et jllzzsis Iri- 
lßzzitur. Orplzezmz aßavit Czzlliope, jllzzsamrzz Unmzkz, Hzmzerzznz Clio, 
Polymnia Pindarzznz, Emto Sapplzon, Melporlzene T lzamyraßzz, T erpsizlzore 
Heszbzlum, T lmlia Marwzem, [Vasolzem Ezzierpe. Auf RaffaeFs Pamafs 
ifl die Zahl der Dichter verdoppelt. Wir zählen 18 Poetenfigtiren. Der
        

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