Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533238
ANMERKUNGEN 
UN l) 
BELEGE. 
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verkauft. Bereits 1663 befand es {ich (Engerth, Kunithiftorifche Samm- 
lungen des Kaiferhaufes. Gemälde. Wien 1881. S. 260) im Ref1denz- 
fchloffe zu Innsbruck und wurde in diefem Iahre nach dem Ambrafer 
Schloffe übertragen. Seit 177 3 zählt es zu den Schätzen der Belvederegalerie. 
Das bei Engerth facfimilirte Ornament am Kleidfaume, in welchem das 
Datum eingefchrieben erfcheint, regt Zweifel an, ob man auch berechtigt 
fei, inmitten der einzelnen ornamentalen Striche und angeblichen Buch- 
{Iaben das Datum herauszulefen. Es ifl bekannt, wie gern man fich in 
diefer Hinficht der T äufchung ergiebt und in Hüchtig gekritzelten 
Ornamentftrichen Buchflaben und Ziffern entdeckt.  Sichergeflellt ifl 
die Datirung auf dem Gemälde der fchönen Gärtnerin, nur fchwankt 
die Lefung zwifchen 1507 oder 1508. Im letzteren Falle würde die 
Wahrfcheinlichkeit iich lleigern, dafs die fchöne Gärtnerin mit dem Werke 
zufammenfalle, welches Raffael bei feinem Weggange von Florenz von 
Ridolfo Ghirlandajo vollenden liefs. Dasfelbe war für Siena (gewifs nicht 
für eine Kirche) beilimmt. Auf welcher Quelle die Nachricht beruht, 
König Franz I. hätte das Bild von einem Kämmerer Leo's X., Filippo 
Sergardi, gekauft, ift mir nicht bekannt. Die fchöne Gärtnerin war 
übrigens nicht das einzige Bild, welches Raffael unvollendet in Florenz 
zurückliefs. Dasfelbe war der Fall mit der Madonna Colonna, der 
Madonna del Baldacchino und der Madonna Eflerhazy, welches letztere 
Werk Papft Clemens XI. aus dem Haufe Albani der Kaiferin Elifabeth, 
der Gemahlin Kaifer Karls VI, fchenkte. 
Die h. Familie aus dem Haufe Canigiani ift in den tlorentiner Schatz- 
inventaren bis 16 3 5 angeführt. Bei der Vermählung des Kurfürflen 
Johann Wilhelm mit einer Tochter Cosmds III. kam das Bild noch im 
17. jahrh. nach Düffeldorf, von dort nach München. Die Gefammt- 
compofition wird beffer nach Copien, z. B. jener in der Sammlung 
Rinuccini in Florenz, beurtheilt, in welcher noch die Engel über der 
Gruppe fichtbar find.  
Zu den Madonnen, deren Compofition zwar auf Raffael zurückgeht, deren 
Ausführung aber Schülerhänden überlaffen wurde, gehören zunächft die 
Madonna mit der Nelke und die Madonna, welche vom fchlafen- 
den Kinde den Schleier hebt. Beide find in zahlreichen Exemplaren 
(die erflere aufser in Italien, auch in Lützfchena bei Leipzig in der Galerie 
Speck-Sternburg) vorhanden, von welchen einzelne bis in das Zeitalter 
RaffaePs zurückgehen. Auf dem erften Bilde fitzt die Madonna in einer 
Stube, deffen Fenfier die Ausficht in eine weite Landfchaft gewährt, und 
reicht dem auf ihrem Schoofse frtzenden Chriflkinde eine Nelke, nach 
welcher es lebhaft greift. Eine fpätere Variante zeigt das Chriflkind, 
welches aus dem von der Madonna in der Hand gehaltenen Blumen- 
{Iraufse eine Rofe genommen und fie der Mutter lächelnd an den Bufen 
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