Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533221
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RAFFAEL 
UND 
MICHELANGELO. 
England erworben, zum Theile aus 
herrührend, flnd noch vorhanden. 
der 
berühmten 
Mantuaner 
Szunmlung 
Von Raffaels Hand zählte die königliche Sammlung aufser den 
Cartons zu den Teppichen fechs Werke Raffaefs, darunter die Perle, den 
h. Georg, die Mad. mit dem Lamme und vielleicht die Mad. aus dem 
Haufe Alba. Befonders reich an Raffaelifchen Gemälden war die Galerie 
Orleans. Sie zählte (nach dem Cataloge von 1727) 16 Bilder Raffaefs 
und wenn man die notorifch unechten abzieht, bleiben noch immer 
9 übrig, die wir noch alle nachweifen können: die Mad. aus dem Haufe 
Orleans, die Bridgewater Madonna, die Mad. unter dem Palmbaume, 
die Mad. der Mifs Cutts und die Predellen zum Altarbilde der Nonnen 
Antonius. 
Die 
Nachrichten 
über 
Schickfale 
Privat- 
befltze 
vorhandenen 
einzelnen 
Madonnenbilder 
fliefsen 
natürlich 
noch 
fpärlicher. Die Mad. Tempi befand fich 1677 in der Cafa Tempi, wurde 
aber erll in unferem Iahrhundert aus der Vergeffenheit geriffen. Die 
Mad. Niccolini, jetzt im Befitze des Lord Cowper, wird gleichfalls im 
Jahre 1677 erwähnt. 
Neben der Frage nach der Herkunft der Bilder feffelt uns am meiften 
ihre Chronologie. Eine folche chronologifche Ordnung iit von Paffavant, 
neuerdings von Lermolieff (Repertorium für Kunilwiffenfchaft V. 147) 
verfucht worden. Die Gruppirung der Werke RaffaeYs nach der 
umbrifchen und der florentiner Periode {töfst auf keine Schwierigkeiten. 
Der gröfste Widerftreit der Meinungen herrfcht dagegen in Bezug auf 
die erden künftlerifchen Leiftungen RaffaeTs, feine Anfänge als felbftändiger 
Maler und dann wieder in Betreff der Werke, welche er in dem Zeit- 
abfchnitt, nachdem er Peruginds Werkftätte verlaffen und ehe er fich in 
der florentiner Kunftwelt eingebürgert hatte, fchui Hier fchob fich ein 
neues Element, der bolognefifch-urbinatifche Einilufs dazwifchen. Je 
nachdem man denfelben jetzt zum erften Male wirkfam, oder nur als 
Wiederenvachen frühefler Eindrücke annimmt, datirt man die Bilder, wo {ich 
Timoteo Viti's und indirect F rancia's Einflufs zeigt, anders. Lermolieff fetzt 
z. B. neben den h. Michael im Louvre den Traum eines Ritters in die 
früheite Zeit RaffaeTs, während diefer von Anderen in die Uebergangs- 
periode zwifchen die umbrifchen und florentiner Lehrjahre verfetzt wird. 
Vgl. die eingehenden Erörterungen der Streitfrage von A. Springer und 
Lermolieff im IV. und V. Bande des Repertoriums für Kunitwiffenfchaft. 
Die Verknüpfung der Madonna im Grünen mit dem von Vasari erwähnten 
Bilde, welches Raffael für Taddeo T addei gemalt hat, beruht auf einer 
Angabe Baldint1cci's, welcher in feinen Notizie de" Professori del 
disegno 1681 ausfagt, dafs er das Werk RaffaePs noch bei den Erben 
T addei's gefehen, und weiter erzählt, die Erben T addei's hätten dasfelbe 
an den Erzherzog Ferdinand Carl (der {ich 1661 in Florenz aufhielt)
        

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