Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1533218
ANMERKUNGEN 
UND 
BELEGE. 
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erite Entwurf zur Madonna Conneflabile. Die Madonna halt hier noch 
eine Frucht und nicht wie auf dem Bilde ein Buch in den Händen. 
(Beide Zeichnungen fmd in Lippm an n's Zeichnungen alter Meifter im 
k. Kupferftichcabinet zu Berlin, 1882, Nr. 127, trefflich publicirt.) Wir 
fchliefsen aus der gleichen Technik auf die Gleichzeitigkeit beider 
Zeichnungen. Raffael hat die erfle Skizze zur Mad. Terranuova und den 
Entwurf zur Mad. Conneflabile ungefähr zur felben Zeit gefchaffen, trotz- 
dem das erflere Bild erfl mehrere Iahre fpäter ausgeführt. Der Entwurf 
zur Mad. Conneflabile hat eine weitere Ausbildung in der prächtigen 
Kreidezeichnung in der Albertina (Br. 146), der Madonna mit dem 
Granatapfel, kurz vor feinem Uebergange nach Florenz entworfen, erfahren. 
Vor der Madonna auf einer Brüftung fitzt auf einem Polfter das Chrift- 
kind und greift mit der Rechten nach dem Granatapfel, welchen ihm 
die noch mit dem umbrifchen Kopftuch bekleidete Maria darreicht. Die 
Linke der letzteren ruht auf einem auf der Brüftung aufgefchlagenen 
Buche. (Eingehend haben die Berliner Blätter und die Genefis der 
Mad. Terranuova Lipprnann im jahrb. der preufs. Kunflfammlungen II., 
62 und Lermolieff in Lützow's Zeitfchrift XVI. 242. erörtert.) 
2) Die Geschichte der meiflen Madonnen und überhaupt der T afelbilder 
Raffaefs läfst fich im betten Falle bis in das flebzehnte Iahrhundert zurück- 
führen. Bis in das Zeitalter Raffaefs reichen nur bei wenigen die Nach- 
richten. So genaue Angaben über antike Statuen fchon aus dem 
16. jahrh. vorliegen, fo wenig wurden Tafelbilder beachtet. Aldrovandi, 
der fonfl nicht fparfam mit feinen Schilderungen der Ilatuarifchen Werke 
Michelangelds ill, erwähnt nur einmal flüchtig Raffaefs Schöpfungen: will 
casa del Reverendissimo di Carpi fanno fregio intorno a detta ftanza 
bellissimi quadri di pittura di man di Raffaello d'Urbino.(( Erft im 
Laufe des folgenden Jahrhunderts wurden die grofserf Gemäldefammltmgen 
gegründet, und gewinnen wir aus Inventaren nähere Kenntnifs von dem 
Beftande derfelben. Leider find in denfelben die Befchreibungen wenig 
anfchaulich. Wie fchwer läfst fich z. B. aus folgender Angabe in dem 
Inventar der Guardaroba d'Urbino, aus welcher die florentiner Galerien 
reiche Schätze empfingen, errathen, welches Gemälde gemeint fei: un 
quadro in tavola, piccolo 21.3. Madonna, Cristo e san Gio. Battistaa; 
Man muthmafst, es fei darunter die Madonna della sedia verflanden; 
doch fehlt die volle Gewifsheit. Die Gefchichte der florentiner Samm- 
lungen fchrieb zueril Pellii i Saggio storico della reale Galleria di 
Firenze 1779. Das ältefle Verzeichnifs der berühmten Sammlungen der 
franzöfrfchen Könige gab Pere Dan in feinem Tresor de Merveilles de 
Fontainebleau 1642. Damals befafs das königliche Cabinet die grofse 
h. Familie, den h. Michael, die h. Margaretha, das Porträt der johanlm 
von Arragonien. Die Verzeichniffe der Gemälde, welche Karl I. von 
Springer, RaHael und Michelangelo. l. 21
        

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