Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1532999
ANMERKUNGEN 
UND 
BELEGE. 
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von feiner Jugend bis in fein höchftes Alter verfolgen; wir lernen ihn im 
Verkehr mit feiner Familie und mit feinen Freunden und Gönnern kennen, 
und gewinnen den deutlichften Einblick in fein perfönliches Wefen. Die 
Ricordi, kurze tagebuchartigef Aufzeichnungen führen uns in den intimen 
Haushalt des Künstlers ein; die Contracte enthüllen uns die Bedingungen, 
unter denen die Mehrzahl feiner Werke entftanden find. Das Familienarchiv 
in der Cafa Buonarroti bewahrt aber aufser den von Michelangelo gefchriebenen 
Briefen eine flaunenswerth grofse Zahl der an ihn gerichteten. C. Heath 
Wilfon fchätzt (Academy 20. April 1878) ihre Summe weit über ein halbes 
Taufend. Von einigen find in verfchiedenen Zeiten Abfchriften gemacht, 
und darnach der Druck beforgt worden; mehrere find auch in dem Werke 
C. Pini's2 La scrittura di artifti italiani mit Hilfe der Photographie 
facfimilirt, eine reiche Auswahl derfelben bietet G0tti's Vita di Michel- 
angelo, 2 Bde. Florenz 1875. Gotti verlieh dadurch feinem Buche eine 
hervorragende Bedeutung. Eine Gefammtausgabe, von Milanefi feit Jahren 
vorbereitet, wird in naher Zeit erwartet. 
Für das Studium der Werke Michelangelds befitzen wir nur wenige 
Wiffenfchaftliche Hilfsmittel. Eine einzige Sammlung von Handzeichnungen 
Michelangelds ift bis jetzt allein kritifch bearbeitet worden, diefe allerdings 
in mufterhafter Weife: die Sammlung der Oxforder Univerfität, von welcher 
I. C. Robinfon einen kritifchen Katalog herausgegeben hat! A critical 
account of the drawings by Michelangelo and Raffaello in 
the Univerfity Galleries. 1870. Der xCatalogo delle opere d'arte 
e dei disegni di Michelangelo Buonarrotix, dem Buche Gottfs Bd. II. p. 163 
angehängt, fteht auf der Höhe der Vignetten, welche das Werk verunftalten. 
Von den Stichen nach Michelangelo hat P. Heinecken in feinen sNach- 
richten von Künillern und Kunftfachena Leipzig 1768 zuerft ein Verzeichnifs 
angefertigt. Dasfelbe ift natürlich ganz veraltet. Der Catalog der Stiche in 
Pafferinfs Bibliografia di Michelangelo Buonarroti e gli 
incisori delle sue opere, Florenz 1875 entbehrt der Vollftändigkeit 
und der wiffenfchaftlichen Anlage. 
2. RAFFAEL. Auch für Raffael ift die kurze Biographie P. Gi0vio's 
die ältefle Quelle. An ihn reiht fich Vafari, welcher die in der ed. 
Torrentino II. p. 635-673 abgedruckte Vita in der ed. Giunta noch nam- 
haft erweiterte. In der Ausgabe Sanfoni hat Raffaelis Biographie im 4. Bande 
p. 315-386 Platz gefunden. Da Raffael mit feiner Familie nur einen fehr 
lockeren Verkehr unterhielt, in Rom mit feinen Freunden zufammenlebte, fo 
iil auch die Zahl der von ihm erhaltenen Briefe eine äufserft geringe. Wir 
kennen nur einen Brief an Domenico Alfani (in Lille bewahrt), zwei Briefe 
an feinen Oheim Ciarla (Original verfchollen), einen Brief an Franc. Francia
        

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