Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1532971
Allgemeine 
Quellen. 
I. MICHELANGELO. Die ältelle zufammenhängende biographifche Notiz 
über Michelangelo gab Paolo Giovio, der berühmte Verfaffer der Elegien, 
deffen Anregungen wir auch Vafarfs Künlllerbiographien verdanken. Nach 
der Eroberung Roms 1527 zog er fich auf die Infel Ifchia zurück und begann 
hier einen adialogus de viris litteris illustribusa zu fchreiben. Der Dialog 
blieb Fragment. Ihm sind kurzgefafste Lebensbefchreibungen Lionardo Vincfs, 
Michelangelds und RaffaeTs angehängt. Tirabof chi hat in feiner Storia 
della lett. ital. (ed. Modena 178r. tom. IX. App. p. 291) fowohl das Dialog- 
fragment, wie die drei Künftlerbiographien herausgegeben. Der Dialog und 
die Biographien müffen nicht nothwendig in die gleiche Zeit fallen, jedenfalls 
find die letzteren aber früher als Vafarfs Werk verfafst. Vielleicht haben 
wir in ihnen die Proben zu betrachten, deren Ungenügen den Anlafs zu dem 
Buche Vafarfs (vgl. Vafarfs Selbllbiographie in feinen Vite ed. Sanfoni VII. 681) 
bot. Den Beweis für die frühere Entflehung der Skizzen Giovids liefert fein 
Schweigen über das jüngfte Gericht und den Bau von St. Peter im Leben 
Michelangelds, Arbeiten, die er gewifs erwähnt hätte, wären fie fchon, als 
er die drei Biographien fchrieb, im Angriff gewefen. Von Flüchtigkeiten und 
Irrthümern ilt Giovio nicht frei zu fprechen; doch verdienen feine Auf- 
zeichnungen eine befondere Beachtung, weil fie zeigen, wie fich in den 
höchftgebildeten Geiftern Italiens vor der Mitte des 16. Jahrhunderts die 
künitlerifche Thätigkeit Michelangelds (und RaffaePs) wiederfpiegelte. Die 
beiden Biographien find am Schluffe der Angabe der allgemeinen Quellen 
abgedruckt. Auf Giovio folgte Giorgio Vafari, welcher 1550 die wVite 
degli architettori, pittori e scultori (ed. Torrentino) herausgab. 
Michelangelds Biographie bildet den Schlufs des Werkes (II. p. 947-991). 
Bereits nach drei Jahren wurde Vafari von Ascanio Condivi, einem 
Schüler Michelangelds, über deffen nähere Lebensverhältniffe wir wenig wiffen, 
überflügelt. Condivi hatte feit längerer Zeit Nachrichten über das Leben 
und die Werke feines Meisters, zum Theil aus deffen eigenem Munde gefammelt, 
und da er sah, dafs wEinige (d. h. wohl Vafari) über den feltenen Mann 
gefchrieben haben, ohne ihn fo genau zu kennen wie er und von ihm Dinge 
gefagt haben, die nie gefchehen find und wichtige andererfeits übergangene, 
fo beeilte er die Ausgabe feiner Biographie, welche 155 3 unter dem Titel:
        

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