Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1532532
DAS 
PORTRÄT 
JULIUS 
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Hiächtige Formen angenommen und der KünPcler gelernt hat, das Gewand 
in breite Falten zu legen und in grofsen Waffen zufammenzuhalten, bewahrt 
das aAntlitz gern noch die fröhlich holden Mädchenzüge der florentiner 
Periode. Erft als in RaffaeTs Colorit neue Grundfätze zur Herrfchaft 
gelangten, verfchwand auch aus den weiblichen Köpfen der altere, auf 
eine zarte, leichte, auch in den Schatten helle Färbung berechnete Typus. 
Ein kleines, im Dresdener Cabinet bewahrtes, leider nicht mehr unver- 
fehrtes Blättchen (Br. 81) lehrt uns die Veränderung, welche mit dem 
Madonnentypus vor llCh ging, am bePcen kennen. Dem Betrachter wird 
die Verwandtfchaft der Gefichtsformen, befonders der Stirn, der Augen, 
     
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Fi  66. Handzeichnun im Ku aferßich-läabinet zu Dresden. 
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des Mundes mit den berühmteften römifchen Madonnen Raffaefs nicht 
entgehen und die Vermuthung, dafs hier überall ein beftimmtes Modell 
Zu Grunde liege, auftauchen. (Fig. 66.) 
Es fcheint, dafs Papft Julius felbft mit Aufträgen auf Tafelbilder den 
Gönnern Raffaefs voranging. In die Kirche Sta. Maria del popolo, 
gleichfain der Familienkirche der Rovere, ftiftete er fein eigenes Portraitif) 
und ein Madonnenbild. Beide Werke flnd fchon frühzeitig und oft wieder- 
holt Worden und noch gegenwärtig in einer gröfseren Zahl von Exem- 
plaren vorhanden. Diefe grofse Beliebtheit hat aber bei den zwei Bildern 
nicht die gleichen Früchte getragen. In Bezug auf das Portrait können 
wir uns vor Prätendenten, welche den ausfchliefslichen Anfpruch auf 
m) Kreidezeichnung 
S p rin g er, RafTael und Mic 
des Kopfes 
helangelo. I. 
nach 
dem 
Leben 
in Chatsworth. 
1 7
        

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