Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1532516
L 
KRITISCHE 
WÜRDIGUN G 
DER 
FRESKEN. 
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nFlCh den Einflüffen, welchen er unterthan wurde und welche den Um- 
fchwung in ihm hervorriefen. Zunächft denken wir natürlich an die 
Dgckenbilder in der Sixtina. Diefe vollendete Michelangelo aber erft, 
lange nachdem Raffael die Fresken in der erften Stanza fertig gemalt. 
Sollte Raffael, während Michelangelo noch an der Arbeit war, die Ge- 
legenheit gehabt haben, die Decke in der Sixtina, befonders die Einzel- 
Üguren, auf die es ihm vorzüglich ankommen mufste, eingehend zu {tu- 
diren? Dem widerfpricht Condivi's Bericht. Auch findet {ich in Raffaels 
Briten römifchen Fresken keine einzige Figur vor, die man nothwendig 
UQd unmittelbar auf Michelangelds Vorbild zurückführen müfste. Eben- 
{Owenig kann man der Antike einen hervorragend beftimmenden EinHufs 
Zufchreiben. Nur in einzelnen Fallen borgte fich Raffael, wie wir fahen, 
V0n ihr Formen und Geftalten. Müffen nun auch die einzelnen unmittel- 
baren Mufter geleugnet werden, fo wird man defto williger zugeben, dafs 
die Perfonen, Dinge und Verhältniffe zufammen, Michelangelo und Bra- 
Inantö, die Antike und die Werke der Zeitgenoffen, das grofse Leben 
in feiner Umgebung auf ihn einwirkten und feine Entwickelung gleich- 
Inäfsig förderten. Er entnahm feine Kraft dem Boden, den er betrat.
        

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