Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1531898
DIE DECORATIVEN FIGUREN. 1 93 
Neckerei mit einander. Die Knaben ganz unten in den Zwickeln find 
bald nackt, bald bekleidet, ernft oder fröhlich, flill haltend oder unruhig 
bewegt. 
Es mag fein, dafs mancher Befucher der Sixtinifchen Kapelle ermüdet, 
ehe er, überdiefs in unbequemPcer Lage, mit der Betrachtung des ganzen 
Bilderkreifes zu Ende kommt. Das fleht aber im Angeflcht diefer Bilder 
feft, dafs Michelangelds Phantafle bis zum letzten Pinfelftrich ihre frifche 
Urfprünglichkeit bewahrt hat und Grenzen ihrer fchöpferifchen Macht 
kaum noch nachgewiefen werden können. Als Michelangelo die Decken- 
bilder in der Sixtina entwarf, hatte er den Höhepunkt feiner Kunft erreicht, 
in ihnen den innerften Kern feiner Natur, der nicht Wieder verhüllt 
wurde, blofsgelegt. Der Eindruck, den Goethe empfand, nachdem er 
die Sixtina befucht, war der Art, dafs ihm nicht einmal die Natur auf 
Michelangelo fchmeckte, da er fle doch nicht mit fo grofsen Augen 
wie diefer anfehen konnte. Die grofsen Augen  darin liegt Michel- 
angelds Zauber. 
Fig- 
der 
Gruppe von einem Zwickelfelde 
Kapelle. 
Sixtinifchen 
Springer, Raffael und Michelangelo.
        

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