Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bis zum Tode Julius II.
Person:
Springer, Anton
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1529639
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1531290
Rom 
unter 
Julius 
:J":Q3QQÜIOIUH caput mundiw lautete Grufs und Zuruf in den Jahr- 
   hunderten des Mittelalters, felbit in folchen Zeiten, als der 
 .4 ykfl Papft vor den kleinen Stadtbaronen zitterte und umgeben 
Jä- kx g  von einem Bettelvolke inmitten eines Trürnmerhaufens haufte. 
"e" e" Mochte aber auch Rom in den Augen der mittelalterlichen 
Chrifien als die Hauptitadt der Welt glänzen, zu einer Hauptftadt Italiens 
erhob es fich erftfeft "dem fünfzehntenjahrhtindert. Als das Leben in Italien 
aus den Schranken felbitgenügfamer Dürftigkeit trat, {ich genufsreicher, 
Weitumfaffender geftaltete, als in den Parteikämpfen das Anffehen kräftiger 
Perfönlichkeiten ftieg und grofseGedanken in jugendlich fchwungvoller 
Srirache den Einzelnen anflogen, da richtete fich der Blick auch auf die 
Vergangenheit zurück, deren Ruhrnesfchimmer niemals völlig verdunkelt 
war. Dafs man zu den Nachkommen der antiken Helden zähle, war fefier 
Glaube, man wollte aber  auch die volle Erbfchaft derfelben antreten. 
Nirgends leuchtete der Glanz der Vorfahren fo mächtig, nirgends wurde die 
Sehnfucht nach der Wiederkehr ähnlicher Zeiten fo lebendig wie auf dem 
Schauplatz ihrer Grofsthaten. Wenn der Italiener des vierzehnten Jahr- 
hunderts von der Höhe des Capitols auf die Ruinen des alten Rom herab- 
blickte, tauchte, durch den Gegenfatz geweckt, das Bild der früheren Herr- 
lichkeit in feiner Phantafle auf. Grofse Erinnerungen wechfelten mit kühnen 
Hoffnungen und noch kühneren Träumen. In den Städten, an den Höfen, 
in Gelehrtenkreifen, unter Künitlern, überall erfchien das klaffifche Alter- 
thum wie zu neuem Leben auferftehend und wurde dem. Genius Roms ge- 
huldigt. Am fpäteften in Rom felbft. Hier lag nicht allein der Wirkliche, 
greifbare Echutt am höchften, hier bildete auch die kirchliche Tradition 
des Mittelalters, in allem den antiken Anfchauungen entgegengefetzt, ein 
fchwer zu hebendes Hindernifs. ErPt das Exil der Päpfte, die lange papft- 
lofe Zeit in Rom mit ihrer Auflöfung aller höheren ftaatlichen Ordnung 
brach dasfelbe. Als die Päpfte aus Avignon nach Rom zurückkehrten, 
fahen fie die mittelalterlichen-iUeberlieferungen erfchüttert, die Renaiffance- 
bewegung fluthend und über das ganze Land widerftandslos {ich ausbrei- 
tend. Auch fie waren gezwungen, derfelben zu folgen. Die Mitte des fünf- 
zehnten Jahrhunderts begrüfst bereits einen begeifterten Humaniften auf
        

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