Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527030
Das 
YVesen 
des 
Dichters. 
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eine poetische Reaktion. So war es, als die sämt- 
lichen Gedichte des Hafis in Hammers Übersetzung 
erschienenÄ) „Ich mufste mich dagegen produktiv ver- 
halten, weil ich sonst vor der mächtigen Erscheinung 
nicht hätte bestehen können... Alles, was dem Stoff 
und dem Sinne nach bei mir Ähnliches verwahrt und 
gehegt worden, that sich hervor, und dies mit umsomehr 
Heftigkeit, als ich höchst nötig fühlte, mich aus der 
wirklichen Welt    in eine ideelle zu Hüchten, an welcher 
vergnüglichen Teil zu nehmen meiner Lust, Fähigkeit 
und Willen überlassen war." 
Ganz ebenso antwortete er auch auf grofse religiöse 
Fragen als Dichter, nicht um seine Meinung hinaus- 
zusenden, sondern weil der Dichter nicht umhin kann, 
das poetisch zu gestalten, was ihn im Innersten bewegt. 
Goethe sagte sich als Jüngling von der herrenhutischen 
Frömmigkeit los, die ihn eine kurze Zeit beherrschte; 
er bildete sich ein Christentum zum Privatgebrauch 
und studierte eifrig, um es durch die Geschichte und 
durch Beobachtung seiner Umgebung zu stützen. "Weil 
nun aber alles, was ich mit Liebe in mich aufnahm, 
sich sogleich zu einer dichterischen Form anlegte, so 
ergriff ich den wunderlichen Einfall, die Geschichte des 
ewigen Juden, die sich schon früh durch die Volks- 
bücher bei mir eingedrückt hatte, episch zu behandeln, 
um an diesem Leitfaden die hervorstehenden Punkte 
der Religions- und Kirchengeschichte nach Befinden 
darzustellen." Der Plan blieb liegen, aber noch ein 
zweites Mal führte ihn religiöse Opposition auf dieses 
Vorhaben. 
Annalen 
1815
        

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