Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1527011
Das 
YYcscn 
Dichters. 
des 
87 
zusammenhängt? Denn ohne jenes scharfe Auffassungs- 
und Eindrucksvermögen könnte ich ja auch nicht meine 
Gestalten so lebendig und scharf individualisiert hervor- 
bringenÄ)" 
Durch diese Feinheit der Empfindung wird die 
poetische Thätigkeit eingeleitet; das Dichten ist aber 
auch eine positive Verteidigung gegen die mächtigen 
Eindrücke. Am tiefsten ergriffen unsern Dichter seine 
Verhältnisse zu Friederike Brion, Lotte Buff, Lili 
Schönemann, Charlotte v. Stein, Ulrike v. Levetzow; 
nur dichtend konnte er über sie zu leidlicher Ruhe 
gelangen. 
Hlfnd was Amor ihm entwendet, V 
Kann Apoll nur wiedergeben: 
Rulf und Lust und Harmonieen 
Und 
ein 
kräftig 
rein 
Bestreben." 
S0 singt er im ,Deutschen Parnafsf und er hat uns 
berichtet, dafs dieses Verhalten, von dem er sein ganzes 
Leben nicht abweichen konnte, schon in seinen ersten 
Jünglingsjahren sich zeigte?) Schon in Leipzig mufste 
er dasjenige, was ihn erfreute oder quälte oder sonst 
beschäftigte, in ein Bild, ein Gedicht verwandeln und 
darüber mit sich selbst abschliefsen, um sowohl seine 
Begriffe von den äufseren Dingen zu berichtigen, als sich 
im Innern deshalb zu beruhigen. „Die Gabe hierzu 
war wohl niemand nötiger als mir, den seine Natur 
immerfort aus einem Extrem in das ande1'e warf. Alles, 
Was daher von mir bekannt geworden, sind nur Bruch- 
stücke einer grofsen Konfession."  Sein launisches 
Verhältnis zu Ännchen Schönkopf zwang ihn „zu einer 
li__ 
1) I7. Mai 1826; Goethes Unterhaltungen mit dem Kanzler 
F. v. Müller.  9) Aus meinem Lcbcn H, 7.
        

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