Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526978
Das 
W 
des 
Dichters. 
83 
staltete das Stück gänzlich um. Er dachte auch bei 
dieser zweiten Bearbeitung nicht daran, sie drucken 
zu lassen; es sollte nur eine Voriibung sein. Aber sein 
Freund Merck war anderer Meinung: was denn das 
eWige Arbeiten und Umarheiten helfen solle; das Ding 
müsse heraus, damit man sehe, was es für eine Wirkung 
thue. Merck bezahlte den Druck und Goethe dasPapier, 
und in ein paar Wochen machte das Stück ein Gerede 
in allen deutschen Landen. 
Begonnen hat Goethe seine dichterische Laufbahn als 
Epiker, nämlich als Märchen- und Romanerzähler im 
Kreise seiner Freunde. Niemand dachte daran, diese Er- 
findungen drucken zu lassen. Aber auch, wenn er 
allein "mit sich war, war ihm das Dichten ein Bedürfnis, 
er mufste in Gestalten denken. Freund Merck hatte 
ganz recht, als er ihm sagte: „Dein Bestreben, deine 
Unablenkbare Richtung ist, dem Wirklichen eine poetische 
Gestalt zu geben", und als er ihn scharf unterschied 
V0n den Stolbergs und anderen, die das sogenannte 
Poetische, das Imaginative zu verwirklichen suchtenß) 
S0 hatte Goethe als junger Mann, etwa um die Zeit, 
Wo er den ,Götz' schrieb, die Gewohnheit, wenn er allein 
war, irgend eine Person seiner Bekanntschaft im Geiste 
zu sich zu rufen?) „Er bat sie, niederzusitzen, ging an 
ihr auf und ab, blieb vor ihr stehen und verhandelte 
mit ihr den Gegenstand, der ihm eben im Sinne lag. 
Hierauf antwortete sie gelegentlich oder gab durch die 
gewöhnliche Mimik ihr Zu- und Abstimmen zu erkennen. 
Sodann fuhr der Sprechende fort, dasjenige, was dem 
 
111, 
1) Aus 
13' 
meinem 
Leben 
IV 
Q1 
Aus 
mpinem 
Leben
        

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