Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526915
Wesen 
Das 
des 
Dichters. 
77 
wenn sie recht wären; dann müfste er sie aber auch gleich 
aufschreiben, sonst linde er sie nie wieder; darum hüte 
er sich, auf den Spaziergängen etwas auszndenken. 
Es sei ein Unglück, wenn er es nicht ganz im Gedächtnis 
behalte; sobald er sich besinnen miifste, würde es nicht 
wieder gut, auch ändere er selten etwas. Ebenso sei 
es ein Unglück, wenn er Gedichte träume, das seien 
meist verlorene. Ein italienischer Poet habe sich 
aus diesem Grunde ein ledernes liVains machen lassen, 
worauf er im Bett habe schreiben können. 
Solches unbewufste Schaffen war nach Goethes Urteil 
Kennzeichen des wahren Künstlers. "Vom eigentlich 
Produktiwren ist niemand Herr, und sie müssen es alle 
nur so gewähren lassen," sagt er in seinen ,Maximen 
und Rellexioneni, und in den ,Zalnnen Xenienü 
„All unser redlichstes Bcmülfn 
Glückt nur im unbewufsten Momente 
YVie möchte denn die Rose bliilfn, 
XVenn sie der Sonne Herrlichkeit crkenntc 
Und 
ebenda 
heifst 
ES 
weiter 
 das ist das rechte 
Dafs man nicht wcifs, 
Gleis, 
s 
IIHlI) 
Was 
denkt, 
Wenn man denkt; 
Alles ist als wie geschenkt. 
Goethe wufste wohl, Clafs nicht alle Dichter so 
traumhaft, so nachtwandlerisch schaffen, wie er es oft 
that; namentlich an seinem grofsen Freunde bemerkte 
er zu seinem Erstaunen eine ganz andere Art. "Es 
war nicht Schillers Sache, mit einer gewissen Bewufst- 
losigkeit und gleichsam instinktmälsig zu verfahren,
        

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