Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526900
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Goethes 
Ästhetik. 
Schon als junger Mann war er dazu gelangt, das: 
ihm innewohnende dichterische Talent als Natur zu be- 
trachtenJ) "Die Ausübung dieser Dichtergabe konnte 
zwar durch Veranlassung enegl und bestimmt werden; 
aber am freudigsten und reichlichsten trat sie univillkür- 
lich, ja wider Willen hervor." 
"Durch Feld und YVald zu schweifen, 
Mein Liedchen wegzupfeifen, 
So ging's den ganzen Tag." 
„Auch beim nächtlichen Erwachen trat derselbe Fall 
ein, und ich hatte oft Lust, wie einer meiner Vorgängen?) 
mir ein ledernes Wams machen zu lassen und mich zu 
gewöhnen, im Finstern durch's Gefühl das, was un- 
vermutet  zu Üxieren. Ich war so ge- 
wohnt, mir ein Liedchen vorzusagen, ohne es iwieder 
zusammenfinden zu können, dafs ich einigenmle an 
den Pult rannte und mir nicht die Zeit nahm, einen 
quer liegenden Bogen zurechtzurücken, sondern das 
Gedicht von Anfang bis zu Ende, ohne mich von 
der Stelle zu rühren, in der Diagonale herunter- 
schrieb. In eben diesem Sinne griff ich weit lieber 
zu dem Bleistift, welcher williger die Züge bergab; denn 
es war mir einigemale begegnet, dal's das Schnarren und 
Spritzen der Feder mich aus meinem nztchtwandle- 
rischen Dichten ztufweckte, mich zerstreute und ein 
kleines Produkt in der Geburt ersticktefß)  
Auch zu Boisseree sagte Goethe einmalß) dafs ihm 
die Gedichte auf einmal und ganz in den Sinn kämen, 
1) Aus meinem 
auch Eckermann, 14. 
nmnn III, 206. 
Leben, IV, 
März 1830. 
Ä 
9) Petrarka.  
8. August 1815, 
3) Vgl. 
Bieder-
        

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