Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Goethes Ästhetik
Person:
Bode, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1525823
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1526897
NVesen 
des 
Dichters. 
75 
S0 ging es Goethe mit manchem Gedichte. Im 
Februar 1818 kehrte er in nächtiger Stunde von Cams- 
(lorf bei jena nach der Gasthofsmansarde zurück, wo 
er (lamals wohnte; der klare Sternhimmel brachte ihn 
in eine wundersame Stimmung, und plötzlich stand ein 
Gedicht vor ihm; er konnte selber nicht sagen, woher 
es kam und wohin es wollteÄ) Es war so wunderlich- 
unverstäutllich wie die Stimmung, aus der es geboren, 
aber gerade dieser rätselhaften Herkunft wegen liebte 
es Goethe und hörte es gern, wenn es ihm später vor- 
gesungen wurde: 
„Um hrlitternncht ging ich nicht eben gerne, 
Klein-kleiner Knabe, jenen Kirchhof hin 
Zu Vaters Haus, des Pfarrers; Stern am Sterne, 
Sie leuchteten doch alle gar zu schön 
Um Mitternacht. 
XVenn ich dann ferner in des Lebens WVeite 
Zur Liebsten mufste, mufstc, wcil sie zog, 
Gestirn und Nordschein über mir im Streite, 
Ich gehend, kommend, Scligkeitcn sog 
Um Mitternacht, 
Bis dann zuletzt des vollen Mondes Helle 
S0 klar und deutlich mir ins Finstrc drang, 
Auch (lcr Gedanke willig, sinnig, schnelle 
Sich ums Verganghic wie ums Künffgc schlang. 
Um Mitternacht.   
Nicht alle Poesie Goethes ist so inkommensurabel, 
fast an das Nonsensikalische mancher Volkslieder er- 
innerndß) aber viele Strophen sind doch in gleicher 
Weise entstanden. 
vgl. 
1) Annalen 1818.  
Nationelle Dichtkunst 
9) Die 
1828. 
Ausdrücke 
sind 
VOII 
Goethe,
        

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